Abschlussbericht für nächste Woche erwartet

5. August 2003, 11:12
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Mit dienstrechtlichen Konsequenzen wird nach Staatsanwaltschaft vorläufig nicht gerechnet

Wien - Friedrich Matousek, Leiter der Staatsanwaltschaft Wien, erwartet im Fall Cheibani W. den abschließenden Bericht der ermittelnden Polizeibehörden "frühestens Mitte nächster Woche".

Erst mit dem Eintreffen der Erhebungsergebnisse wird feststehen, ob im Zusammenhang mit dem unter aufklärungsbedürftigen Umständen im Wiener Stadtpark zu Tode gekommenen Mauretanier eine gerichtliche Voruntersuchung eingeleitet wird, sagte Matousek am Donnerstagnachmittag im Gespräch mit der APA.

Keine Konsequenzen bei der Polizei

Derzeit laufen lediglich Vorerhebungen gegen unbekannte Täter. Die in die Sache verwickelten Sanitäter wurden vorerst außer Dienst gestellt, für die betroffenen Polizeibeamten hatte der tödliche Zwischenfall im Afrika Kulturdorf bisher keine dienstrechtlichen Konsequenzen.

"Es wird vermutlich auch nicht so sein, dass nach Einlangen des Berichts gleich etwas passieren wird. Ich ersuche schon um Verständnis, dass der zuständige Sachbearbeiter das auch gründlich studieren muss", gab Matousek zu bedenken.

Wache für Afrikadorf gefordert

Unterdessen ruft die Antiimperialistische Koordination (AIK) zur "Verteidigung des Afrikadorfes" auf, wie es am Donnerstag in einer Aussendung hieß. Darin wird darauf hingewiesen, dass schon am 6. Juni bei einem ersten Brandanschlag zwei Hütten zerstört wurden und bereits zuvor eingebrochen worden war. Eine Woche nach dem Tod von Cheibani W., der am 15. Juli starb, kam es zu einem weiteren Brandanschlag, bei dem unter anderem die für den Mauretanier errichtete Gedenkstätte vernichtet wurde.

"Das Afrikadorf braucht gerade jetzt unsere Solidarität", so die AIK. Um "weitere terroristische Aktionen zu verhindern", wird seit Wochenbeginn eine Nachtwache abgehalten. Wer sich beteiligen möchte, kann sich unter soli@reflex.at an die Organisatoren wenden oder persönlich ab Mitternacht im Stadtpark vorbeischauen. Ab Donnerstagabend wird es auch ein zum größten Teil von afrikanischen Künstlern getragenes Kulturprogramm geben. (APA)

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