Avantgarde und formalistische Bildsprache

6. August 2003, 08:55
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Zwei Sixpack- Filme in Venedig

Venedig/Wien - Beim 60. Filmfestival Venedig hat der Wiener Verleih Sixpackfilms zwei österreichische Arbeiten in der innovativen "Nuovi Territori"-Nebenschiene platzieren können. Siegfried A. Fruhaufs "Structural Filmwaste. Dissolution 1" und Sebastian Meises Debutfilm "Prises de Vues" werden bei der "60. Mostra Internazionale d'Arte Cinematografica" gezeigt.

In "Structural Filmwaste. Dissolution 1" legt der Avantgardefilmer Fruhauf (u.a. "La Sortie", "Höhenrausch", "Exposed") "Abfälle" aus der Dunkelkammer so übereinander, dass die Ränder des Kaders sichtbar werden, die Klebestellen, Kratzer, Bildstriche, Perforationslöcher. Von diesem klassischen Filmavantgarde-Gestus ausgehend, löst sich das Bildmaterial aber zunehmend in einem digital generierten Weiß auf. Das analoge Filmbild wird abgelöst vom digitalen Videobild. "So versteht es Fruhauf in seiner Hommage an die Filmkunst zugleich einen Paradigmenwechsel einzuschreiben", so die Sixpack-Aussendung.

Archaisches Thema

Meise, Student der Wiener Filmakademie, wurde schon beim Filmfestival Diagonale mit dem Preis der Jugendjury ausgezeichnet. Sein Streifen "Prises de Vues" variiert ein archaisches Thema in betont formalistischer Bildsprache: Die Abwesenheit des Vaters und die damit engverbundene Suche des Sohnes nach Identität. Der Film begleitet den jungen David durch einzelne, psychologisch-markante Stationen seines Lebens: Vom Säuglingsalter, über die Jahre der Adoleszenz, von seiner Ausflucht ins Strichermilieu hin zur eigenen, bevorstehenden Vaterschaft. (APA)

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