Chinesische Handyhersteller mit Rekord-Output

8. August 2003, 17:11
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Motorola, Nokia und Co verlieren Marktanteile

Chinesische Handyhersteller haben im ersten Halbjahr 2003 eine Rekordzahl an Mobiltelefonen produziert und um über 50 Prozent mehr Geräte als im Vorjahr auf den Markt gebracht. Nach Berechnungen des zuständigen Industrie-Ministeriums sind in den vergangenen sechs Monaten fast 72 Mio. GSM-Handys produziert worden, ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der von chinesischen Unternehmen hergestellten CDMA-Handsets hat sich gegenüber dem Vorjahr auf 10,4 Mio. glatt vervierfacht.

Preisverfall befürchtet

Der Rekordoutput lässt die ausländischen Konkurrenten mit Sorge auf die übervollen Lagerbestände schauen und einen Preisverfall befürchten. Denn tatsächlich verkauft wurden im ersten Quartal in beiden Funkstandards lediglich 43,2 Mio. Geräte. Diese Zahlen geben aber nur die Fabriks-Verkäufe wieder. Wieviele dieser "verkauften" Handys tatsächlich an die Endkunden gegangen sind, bleibt ungewiss.

Exportwirtschaft

Rund die Hälfte der von den chinesischen Handyherstellern produzierten Geräte geht in den Export. Auf dem eigenen Heimmarkt halten sie nach Analystenschätzungen einen Marktanteil von inzwischen mehr als 30 Prozent, berichtet das Wall Street Journal. Nach Berechnungen des China IT Market Information Center ist der US-Hersteller Motorola mit einem Marktanteil im zweiten Quartal von 15,5 Prozent die Nummer eins auf dem chinesischen Markt. Sein Marktanteil ist allerdings gegenüber dem unmittelbaren Vorquartal gleich um fast sechs Prozent zurückgegangen. Dahinter folgt Nokia mit 14,7 Prozent Marktanteil, einem Minus von drei Prozentpunkten in nur drei Monaten. Die rückläufigen Anteile der Marktführer zeigen nach Analystenmeinung das Überangebot auf Produzentenseite. So sind in China derzeit 37 heimische bzw. ausländische Handyhersteller zugelassen, die über eine Produktionskapazität von 200 Mio. Einheiten pro Jahr verfügen. (pte)

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