Bäuerinnen als Tagesmütter

12. August 2003, 13:39
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Steirische Bauernhöfe sollen auch als Kinderbetreuungsstätte funktionieren

Graz - Berufstätige Frauen sollen Bauernhöfe als Betreuungsstätte für Kinder entdecken, wenn es nach den Vorstellungen der steirischen Landeskammer für Land- und Forstwirtschaft geht. Im Oktober startet in Graz eine Initiative, bei der bis zu 20 Landwirtinnen in einem sechsmonatigem Kurs zu Tagesmüttern ausgebildet werden sollen. Diese Ausbildung wird vom EU-Equal-Förderprogramm unterstützt, wie die Landwirtschaftskammer am Donnerstag in einer Aussendung mitteilte.

Erwebskombination bereits angenommen

"In der Steiermark gibt es bereits zehn Bäuerinnen, die zu Tagesmüttern ausgebildet wurden", so Maria Leßlhumer, zuständig für Erwerbskombinationen in der steirischen Landwirtschaftskammer. Diese hätten die Ausbildung zur Tagesmutter "nebenbei" absolviert, so Eva Lipp, die Betreuerin des Projekts, "nämlich in Schulungen anderer Institutionen wie dem steirischen Hilfswerk oder dem Bildungswerk St. Martin".

Die Vorteile

"Auf dem Bauernhof werden die Kinder von ausgebildeten Bäuerinnen umsichtig betreut, mit viel Entfaltungsmöglichkeiten in der freien Natur, mit Bezug zur Tier- und Pflanzenwelt", meinte Leßlhumer. Für Landwirtinnen mit entsprechender Vorbildung wie Kindergärtnerin oder Lehrerin oder mit eigenen Kindern sei der Beruf Tagesmutter eine Möglichkeit, ein neues Tätigkeitsfeld aufzubauen. Partner bei der Ausbildung ist das Hilfswerk Steiermark, wie auch in Kärnten, das diesen Weg bereits seit dem vorigen Jahr geht.

Kurs startet

Im Oktober 2003 startet der Ausbildungslehrgang: Dieser dauert ein knappes halbes Jahr, umfasst 300 Stunden und findet jeweils Freitag- und Samstagnachmittag im Grazer Bildungshaus Raiffeisenhof statt. 16 Anmeldungen gibt es bereits für die 20 Kursplätze, bei hoher Nachfrage soll ein zweiter Lehrgang zeitgleich angeboten werden. Auf dem Ausbildungsplan stehen Entwicklungspsychologie, Pädagogik, Kommunikation- und Konfliktlösung, gesunde Ernährung, Erste Hilfe sowie Rechtsfragen und organisatorische Grundlagen.

Zielgruppe für die Tagesmütter sind Familien mit berufstätigen Eltern im ländlichen Bereich oder auch Personen, die in Gebieten wie der Dachstein-Tauern-Region touristisch tätig sind. "Hier sind Kindergärten oft Nachmittags geschlossen", so Projektbetreuerin Lipp. (APA)

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    "In der Steiermark gibt es bereits zehn Bäuerinnen, die zu Tagesmüttern ausgebildet wurden", so Maria Leßlhumer, zuständig für Erwerbskombinationen in der steirischen Landwirtschaftskammer.
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