Katholischer Familienverband für Splitting-Modell

5. August 2003, 08:59
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Für Partner mit Kindern - Kritik an bisherigem Modell: "Staat beurteilt, welches Familienmodell belohnt und welches bestraft wird"

Wien - Der Wiener Katholische Familienverband spricht sich in Sachen Steuerreform für ein Splitting-Modell bei Partner mit Kindern aus: Das Einkommen beider solle zusammengerechnet und zu gleichen Teilen aufgeteilt werden. Die Steuer sei dann von den getrennten Einkommen zu berechnen. Mit diesem System könnten Ungerechtigkeiten im bisherigen System vermieden werden, zeigte sich der Wiener Katholische Familienverband am Donnerstag in einer Aussendung überzeugt.

Laut Katholischem Familienverband müssen nämlich manche Familien bei gleichem Gesamteinkommen pro Jahr einen ganzen Brutto-Monatslohn mehr an Steuern abliefern als andere: Von einer Familie mit zwei Einkommen zu je 1.100 Euro (miteinander 2.200 Euro) wird demnach etwa 1.405,52 Euro Lohnsteuer kassiert. Setzt sich dasselbe Einkommen aus zwei Löhnen von 1.500 Euro und 700 Euro zusammen, fällt die Steuer um 592,46 Euro höher aus. Verdient ein Elternteil 2.200 Euro alleine, wird statt 1.402,52 Euro eine Steuer von 4.045,76 Euro berechnet, was eine Mehrbelastung von 2.643,24 Euro bedeutet.

Staat mische sich unzulässig in private Lebensgestaltung ein

Familien mit gleichem Brutto-Einkommen würden also unterschiedlich besteuert, nur weil sie ihr Erwerbseinkommen anders untereinander aufteilen, so die Kritik des Familienverbandes. Damit mische sich der Staat aber völlig unzulässig in die private Lebensgestaltung ein. Er beurteile, welches Familienmodell "belohnt" und welches "bestraft" wird, hieß es.

Laut Katholischem Familienverband ließen sich derartige "Eingriffe ins Privatleben" mit dem wahlweisen Steuer-Splitting vermeiden, wie es etwa in Deutschland praktiziert wird. Davon würden nicht nur Alleinverdiener-Familien, sondern auch auch alle Doppelverdiener profitieren, deren Einkommen unterschiedlich hoch sind, so der Familienverband. Das Splitting-Modell wird - zumindest für Paare mit Kindern - ab der kommenden Steuerreform auch in Österreich gefordert.(APA)

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