Durch den Tauernwind gedreht

6. August 2003, 10:59
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Europas höchstgelegener Windpark wird in der Steiermark eröffnet

Graz - Kommende Woche wird in der Steiermark Europas höchstgelegener Windpark eröffnet: Bei Oberzeiring in den Niederen Tauern (Bezirk Judenburg) wurden auf rund 1.900 Metern Seehöhe elf Windräder aufgestellt. Wie die Betreiberfirma Tauernwind Windkraftanlagen GmbH mitteilte, sind sie bereits seit Dezember 2002 in Betrieb, auf Grund der exponierten Lage kann die offizielle Inbetriebnahme aber erst jetzt im Hochsommer erfolgen: Am 9. August 2003 wird LH Waltraud Klasnic den Windpark offiziell eröffnen.

"Die Anlage funktioniert einwandfrei, trotz der extremen Lage", schilderte Johannes Trauttmansdorff, Geschäftsführer des Windparks in Oberzeiring, gegenüber der APA. "Wir sind der Vorreiter in Europa, noch nie hat jemand in dieser Höhe einen Windpark errichtet." Hier habe man Neuland betreten, da man noch keine Erfahrung hatte, wie der Betrieb unter den extremen klimatischen Bedingungen sein würde. "In dieser Höhe bereitet bereits der Bau eine große Herausforderung", so der Geschäftsführer.

Elf Windräder

Die elf Windräder im Windpark Oberzeiring stammen vom deutschen Hersteller Vestas und haben zusammen eine Leistung von 19,5 MW. Jährlich soll die Anlage zwischen 37,5 und 45,5 GWh Strom liefern. Dies entspricht 0,8 Prozent des Elektrizitätsbedarfs in der Steiermark oder dem Strombedarf von 15.000 Haushalten.

Windanlagen erleben in Österreich zur Zeit einen richtiggehenden Boom. Mit dem Ökostromgesetz wurde im vergangenen Jahr den Betreibern dieser Anlagen auf 13 Jahre garantierte Einspeistarife in der Höhe von 7,8 Cent pro Kilowattstunde gelieferten Ökostrom zugesichert. Der momentane Marktpreis im Stromhandel liegt hingegen bei 2,8 Cent pro Kilowattstunde. "Durch den Fixpreis sollen Geldgeber dazu gebracht werden, in alternative Energieerzeugung zu investieren", hieß es seitens der Energie Control GmbH, der Regulierungsbehörde in Österreich.

Bis 2008 will man so den Anteil des Ökostroms an der Gesamterzeugung in Österreich auf vier Prozent erhöhen. Die Preisdifferenz bezahlen einerseits die Stromhändler - sie müssen 4,5 Cent pro Kilowattstunde für Ökostrom bezahlen -, zum anderen wird allen Endverbrauchern ein Förderbeitrag verrechnet.

Aber es gibt auch kritische Stimmen zu den Windparks: Seitens des Netzbetreibers Steweag-Steg GmbH wird auf die Probleme mit solchen Anlagen hingewiesen: "Oft sind die Standorte weit von den Verbrauchern entfernt. Dies verursacht Schwierigkeiten im Netzbetrieb." Erst kürzlich hatten Naturschutzbund, Alpenverein und Jägerschaft über einen "Wildwuchs" geklagt und strenge Standortprüfungen und Umweltverträglichkeitsprüfungen gefordert. (APA)

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    Der neue Windpark in der Steiermark

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