Spielehersteller Eidos bangt um Tomb-Raider-Umsätze

9. September 2003, 11:18
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"Angel of Darkness" voll mit Programmfehlern

Der britische Computerspiele-Verlag Eidos hat aus Sorge um das Ansehen des beliebten PC-Spiels "Tomb Raider" dem Erfinder Core Design die weitere Entwicklung des Spiels entzogen. Das berichtet die Financial Times Deutschland (FTD) am Donnerstag. Demnach hat das sechste Abenteuer der virtuellen Pop-Ikone Lara Croft so viele Programmfehler, dass Eidos um das Ansehen der Marke und um seine Umsätze bangt. Trotz der um zwei Jahre länger als geplanten Entwicklungszeit ist es nicht gelungen, schwere Fehler aus dem Spiel zu entfernen. So brechen einige Level frühzeitig ab und der nächste startet unvermittelt, ein Hauptdarsteller hat kein Gesicht und an bestimmten Stellen verschwindet ein Bein der Heldin.

Prüfung

Die Tätigkeit des Spielestudios Core Design wurde nun überprüft und die weitere Entwicklung dem hauseigenen Studio Crystal Designs übertragen, so der Bericht. Core Design hatte "Lara Croft" 1996 erfunden. Eidos kaufte das Studio und die Rechte an Tomb Raider, als der Titel ein Hit wurde. Lara Croft wurde daraufhin zur bekanntesten Figur eines Computerspiels überhaupt, allein ihr Wert als Quelle für Lizenzeinnahmen aus Kinofilmen, Comics, Spielzeug, Musikvideos und der Werbung dürfte für Eidos fast gleichauf mit den Erlösen aus dem Verkauf des Spiels selbst liegen.

Keine Gewinnwarnung

Eidos setzte hohe Erwartungen in den neuesten Teil "Tomb Raider: Angel of Darkness". Wegen der langen Entwicklungszeit rutschte das Spiel in den USA gerade noch in das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr, in Europa verpasste es diesen Termin jedoch um eine Woche. Eidos zog nun die Ende Juni geäußerte Gewinnwarnung wieder zurück, so die FTD. Die Verkaufszahlen lägen aber trotz der ursprünglichen Befürchtungen noch im Rahmen der Erwartungen und für das laufende Jahr erwartet Eidos eine Wachstumsrate über dem Durchschnitt der Branche.

Das Spiel trägt die Schuld

Der magere Erfolg des zweiten Tomb-Raider-Kinofilms "Lara Croft: The Cradle of Life" wird sogar vom US-Filmverlag Paramount den gravierenden Programmfehlern des neuen Computerspiels angelastet. Der Film spielte am ersten Wochenende 21 Mio. Dollar ein, weniger als die Hälfte dessen, was der erste Teil einbrachte. In Europa kommt der neue Tomb-Raider-Film ab nächster Woche in die Kinos. Eidos erhofft sich davon einen kräftigen Umsatzanschub für das PC-Spiel. (pte)

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