FBI will künftig VoIP-Telefonate abhören

10. August 2003, 10:03
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Internet- und Telefonanbieter unter Beschuss

Vertreter des FBI und der US-Kommunikationsbehörde FCC wollen eine Gesetzesänderung erreichen, damit auch Internettelefonate abgehört werden dürfen. Jedes Unternehmen, das Kabel- oder DSL-Dienstleistungen anbietet, soll diesen Bestimmungen unterstellt werden. Damit möchte das FBI eine zentrale Überwachung erreichen, berichtet der Branchendienst Cnet. Ein Inkrafttreten dieser Gesetze würde für US-Breitbandunternehmen automatisch große Umstellungen der internen Systeme bedeuten. Dafür sollen diese, geht es nach den Plänen von FBI und FCC, mit bis zu 500 Mio. Dollar entschädigt werden.

CALEA

Das neue Projekt ist auf den Namen "Communications Assistance for Law Enforcement Act" oder kurz CALEA getauft und ist zur Abhörung von Breitbandleitungen vorgesehen. Derek Khlopin von der Telecommunications Industry Association gab bekannt, dass einige Unternehmen der Khlopin Handelsgemeinschaft bereits mit der Herstellung von CALEA-unterstützenden Produkten begonnen hätten.

In komplettem Gegensatz zu seiner Firmenpolitik

Das FBI sieht in Internettelefonaten eine Möglichkeit für Terroristen sich der Überwachung zu entziehen. Kritiker der geplanten Maßnahmen wenden jedoch ein, dass durch Abhöraktionen die Privatsphäre des Einzelnen verletzt werden würde. So erklärte der US-DSL-Provider Speakeasy, dass CALEA in komplettem Gegensatz zu seiner Firmenpolitik stehe, da der Schutz der Privatsphäre der Kunden vertraglich festgelegt sei und dies somit einem Vertragsbruch gleich käme. (pte)

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