One mit positivem Betriebsergebnis und Umsatzplus

5. August 2003, 10:27
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UMTS-Start nach hinten verschoben

Der drittgrößte österreichische Mobilfunkanbieter hat im ersten Halbjahr 2003 ein positives Betriebsergebnis und ein zweistelliges Umsatzplus erzielt. Vor allem durch die verstärkte Nutzung von Services durch One-Kunden sowie durch zusätzliche Kunden sei der Umsatz von Jänner bis Juni um 12 Prozent auf 327,5 Mio. Euro gestiegen, sagten One-Vorstandsvorsitzender Jorgen Bang-Jensen und One-Finanzvorstand Christian Schrötter am Mittwoch.

Ergebnisse über Erwartungen

Das Betriebsergebnis (EBIT) drehte von minus 4,6 auf plus 24,9 Mio. Euro, berichtete Schrötter weiter. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 48 Prozent auf 103,6 Mio. Euro, die EBITDA-Marge erhöhte sich von 24 auf 32 Prozent. Mit diesen Ergebnissen liege man "deutlich über den eigenen Erwartungen", betonte Schrötter. One habe bereits heuer - zwei Jahre vor Tilgungsplan - im März damit begonnen, Kredite im Ausmaß eines zweistelligen Millionenbetrags zurückzuzahlen.

35 Euro

Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde beträgt bei One 35 Euro. One liege damit im nationalen und internationalen Vergleich sehr gut, so Schrötter. Der Österreicher gebe im EU-Vergleich im Schnitt um 11 Prozent mehr für Telekomdienste aus als andere Europäer. One hatte per Ende Juni 1,370 Mio. Kunden (SIM-Karten), 54 Prozent davon sind Vertragskunden.

"Wir hatten gedacht, der Markt ist voll, es gibt aber weiterhin ein kontinuierliches Wachstum"

Im saturierten österreichische Mobilfunkmarkt gebe es wider Erwarten weiterhin ein Kundenwachstum, meint Schrötter: "Wir hatten gedacht, der Markt ist voll, es gibt aber weiterhin ein kontinuierliches Wachstum". Schrötter ortet auch einen starken Trend zum Zweithandy: "Über 10 Prozent unserer Kunden haben eine zweite SIM-Karte". Größere Bewegungen im Kundenbereich - vor allem im Geschäftskundenbereich - erwartet One von der künftigen Einführung der mobilen Rufnummernportabilität, die eine Mitnahme der Handynummern inklusive Vorwahl bei einem Betreiberwechsel erlaubt.

Der SMS-Nachfolger MMS (Multi Media Services) beginne indes abzuheben, meint Bang-Jensen. Der Datenanteil am One-Gesamtumsatz betrage derzeit inklusive SMS und MMS rund 18 Prozent. Um die rechtlichen Vorgaben für die zunehmenden Geld-Transaktionen zu erfüllen, werde One in drei bis vier Monaten - ebenso wie bereits Mobilkom und T-Mobile - bei der Finanzmarktaufsicht eine Banklizenz beantragen, so Bang-Jensen.

Vertragsunterzeichnung mit Alcatel im September geplant

Die Vertragsunterzeichnung über die Auslagerung der One-Netzwerkes und der dazugehörigen rund 200 One-Mitarbeiter an Alcatel sei im September geplant. Alcatel hatte sich gegen 15 Mitbewerber durchgesetzt, darunter auch Siemens und Kapsch. One beschäftigt knapp 1.400 Mitarbeiter.

UMTS noch nicht reif

Eine neuerliche zeitliche Verschiebung ortet Bang-Jensen bei der dritten Mobilfunkgeneration UMTS: "Wir hatten auf einen kommerziellen Launch im dritten Quartal gehofft, aber es gibt noch zu wenig Handys und die Technologie ist noch nicht ganz reif". One werde aber jedenfalls die regulatorische Vorgabe der 25-prozentigen Netzabdeckung bis Jahresende 2003 erfüllen. One werde insgesamt 700 Mio. Euro in den UMTS-Aufbau stecken.

Die vorerst in Deutschland und den Niederlanden thematisierten Steuerrückerstattungen für die ersteigerten UMTS-Mobilfunklizenzen könnten auch in Österreich ein Thema werden, meint Schrötter: "Diese Diskussionen finden überall statt, diese Frage wird sich auch in Österreich irgendwie stellen". Die Branche warte derzeit allerdings auf eine EU-weit einheitliche Regelung.(APA)

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