British Airways mit Rekordverlusten

4. August 2003, 14:47
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Neben Sars-Krise und Irak-Krieg belasten Streiks die Bilanz - Vorstand um Ruf besorgt

London - Die britische Fluggesellschaft British Airways (BA) hat im ersten Quartal einen Rekordverlust eingeflogen und dafür neben dem Irak-Krieg und der Sars-Krise auch die Streiks beim BA-Bodenpersonal in den vergangenen Wochen verantwortlich gemacht. Der Vorsteuerverlust betrug im Zeitraum von April bis Juni 45 Mio. Pfund (63 Mio. Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag in London mitteilte. Im Vorjahresquartal hatte die Airline noch einen Vorsteuergewinn von 65 Mio. Pfund gemacht. Analysten hatten allerdings einen noch höheren Verlust von 70 Mio. Pfund erwartet. British Airways erklärte, das Unternehmen habe "die herausforderungsreichste Zeit in der Geschichte der Luftfahrt" hinter sich.

Die wilden Streiks am Londoner Flughafen Heathrow, die Mitte Juli zehntausende Passagiere stranden ließen, werden die Gesellschaft nach Angaben von BA-Chef Rod Eddington 30 bis 40 Mio. Pfund kosten. Allerdings ist die Gefahr eines erneuten Streik-Chaos auf Großbritanniens Flughäfen mittlerweile abgewendet: Die Unternehmensführung und die Gewerkschaften hatten am Mittwochabend eine Einigung erzielt und den seit Wochen schwelenden Arbeitskampf um die Einführung von Arbeitszeitkonten beigelegt. "Wir werden hart arbeiten, um den Ruf von British Airways bei den Kunden zu retten", kündigte Eddington an.

Nach Streiks um Ruf besorgt

Bei British Airways fürchtet man nach dem Arbeitskampf nun vor allem um den Ruf bei den Kunden. "Wir werden hart arbeiten, um die Reputation von British Airways bei unseren Kunden wieder herzustellen", erklärte Chief Executive Rod Eddington. Am 18. Juli hatte das Bodenpersonal von British Airways in Heathrow, dem Heimatflughafen der Fluglinie, für 24 Stunden seine Arbeit niedergelegt. Mehr als 500 Flüge waren gestrichen worden.

Die Verhandlungen mit den Gewerkschaften zogen sich bis Mittwochabend hin. Die Verhandlungsführer beider Seiten äußerten sich zufrieden mit dem Ergebnis. Das Bodenpersonal hatte befürchtet, dass sich die geplante Einführung eines elektronischen Stechuhr-Systems negativ auf Schichtsystem, Bezahlung und Arbeitsbedingungen auswirken werde. Die Einigung umfasst den Angaben zufolge unter anderem eine Lohnsteigerung um drei Prozent rückwirkend zum Jahresbeginn sowie den Einsatz von Zeiterfassungskarten für Arbeitsbeginn und -ende ab September.

Die Kosten für den Arbeitskampf bezifferte British Airways mit 30 bis 40 Mio. Pfund. Analysten hatten die Kosten zuvor mit 50 Mio. Pfund veranschlagt. British Airways hat wie keine andere europäische Fluggesellschaft in den vergangenen zwei Jahren umstrukturiert. Mehr als 10.000 Arbeitnehmer haben ihre Arbeit verloren. (APA/Reuters)

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