Tschechiens Präsidenten-Pressesprecher scheidet aus Amt

11. August 2003, 21:05
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Klvana: "Wir trennen uns im Guten" - Medien: Streit mit Klaus wegen "Figaro"-Interview

Der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus hat nach nicht einmal fünf Monaten nach seinem Amtsantritt seinen Pressesprecher Tomas Klvana verloren. Der 36-jährige Klvana teilte überraschend mit, er verlasse nach "beiderseitiger Absprache" sein Amt und werde in die Diplomatie gehen. "Der Präsident ist einverstanden, wir trennen uns im Guten", betonte Klvana.

Der Sprecher betonte weiter, er habe schon früher mit dem Staatschef besprochen, dass er als sein Pressesprecher "nicht bis zum Ende seiner Amtszeit" bleiben und "zu einem geeigneten Zeitpunkt" gehen werde. "Ich interessiere mich langfristig für die Diplomatie und der Präsident weiß das", erklärte Klvana.

Streit wegen "Figaro"-Interview

Kürzlich war in den Medien eine Information aufgetaucht, wonach Klvana mit Klaus wegen eines Interviews des Staatsoberhauptes für die französische Tageszeitung "Le Figaro" (Ausgabe vom 15. Juli 2003) in Streit geraten sei. Die Figaro-Korrespondentin schrieb in einem neben dem Gespräch abgedruckten Artikel, Klaus habe Klvana die Entlassung angedroht. Der Konflikt sei in dem Moment ausgebrochen, als die Journalistin den Sieg von Klaus bei den Präsidentenwahlen mit Hilfe der Stimmen der Kommunisten angesprochen habe.

Klaus wollte das Gespräch beenden und seinen Sprecher entlassen, schrieb "Le Figaro". Der Artikel wurde auch in mehreren tschechischen Zeitungen zitiert. Weder Klaus noch Klvana dementierten den "Figaro"-Bericht. Das Interview sowie der Begleit-Artikel wurde zu Beginn des Besuches von Klaus in Paris veröffentlicht. (APA)

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