Annan: "Krise im internationalen System"

1. August 2003, 07:59
1 Posting

Krieg im Irak und die Kämpfe in Liberia "zwingen uns, uns zu fragen, ob die Einrichtungen und Methoden wirklich angemessen sind"

New York - Der Krieg im Irak und die Kämpfe in Liberia sind nach Ansicht von UNO-Generalsekretär Kofi Annan möglicherweise eng mit "einer Krise im internationalen System" verknüpft. Die besagten Konflikte "zwingen uns, uns zu fragen, ob die Einrichtungen und Methoden, an die wir gewohnt sind, wirklich angemessen sind", sagte Annan am Mittwochabend (Ortszeit) nach einer zweitägigen Konferenz mit Vertretern von rund zwanzig Regionalgruppen am Sitz der UNO in New York.

Radikale Reform für "Architektur des internationalen Friedens und der Sicherheit" notwendig?

"Viele von uns haben das Gefühl, dass wir gerade eine Krise im internationalen System durchleben." Die Frage sei, ob die bestehende "Architektur des internationalen Friedens und der Sicherheit" die Belastungen der vergangenen Jahre bewältigen könne oder ob es vielmehr einer radikalen Reform bedürfe. Die heutigen Bedrohungen beschränkten sich nicht "auf Frieden und Sicherheit im herkömmlichen Sinn", betonte der Generalsekretär.

Die Teilnehmer der Konferenz hätten sich auch "ernsthaft" darüber ausgetauscht, welche Auswirkungen die Anwendung von Gewalt habe. In den vergangenen Monaten hätten sich Regierungsmitglieder aus zahlreichen Ländern bei ihm beklagt, dass ihre Meinung bei der Debatte um den Irak im UNO-Sicherheitsrat nicht beachtet worden sei, sagte Annan. Die Konferenz habe insbesondere zu dem Schluss geführt, "dass der Erfolg im Kampf gegen herkömmlichere Bedrohungen" größtenteils davon abhänge, "welchen Erfolg wir bei der Bewältigung von Armut und Mangel haben". (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    UNO-Generalsekretär Kofi Annan: Kann die "Architektur des internationalen Friedens und der Sicherheit" die Belastungen der vergangenen Jahre bewältigen?

Share if you care.