BA-CA trumpft mit guten Zahlen auf

3. August 2003, 20:38
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Bank Austria steigert im Halbjahr den Nettogewinn um fast die Hälfte - Mit Infografik

Wien/München - Anders als ihre bayerische Mutter HypoVereinsbank (HVB) hat die seit drei Wochen wieder börsennotierte Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) für das erste Halbjahr 2003 eine Bilanz ohne rote Flecken vorzuweisen. Unter dem Strich - also nach Steuern - verblieb der größten Bank in Österreich nach den ersten sechs Monaten ein Gewinn, der mit 202 Mio. Euro um 47,2 Prozent höher ausfiel als in der ersten Jahreshälfte 2002 (137 Mio. Euro).

Grund für den Gewinnanstieg waren deutlich geringere Vorsorgen für Problemkredite, ein weit besseres Handelsergebnis sowie Steigerungen im Ostgeschäft, das bereits 30 Prozent des BA-CA-Ergebnisses lieferte.

"Strategische Ausrichtung stimmt"

Beim Gewinn pro Aktie wies die BA-CA für das erste Halbjahr 2003 einen Anstieg von 1,21 auf 1,78 Euro aus. Die Eigenkapitalrendite (ROE) vor Steuern stieg von 8,4 auf 13,1 Prozent, nach Steuern lag sie per Ende Juni bei 8,8 (nach 5,7) Prozent. Die Cost-Income-Ratio, das Verhältnis von Kosten zu Ertrag, verbesserte sich von 71,3 auf 69,5 Prozent.

BA-CA-Chef Karl Samstag zeigte sich mit den Ergebnissen zum Halbjahr zufrieden: "Unsere strategische Ausrichtung stimmt. Wir profitieren jetzt davon, dass wir in den vergangenen Jahren unsere Hausaufgaben gemacht haben und stetig in das Osteuropageschäft investiert haben. Wir setzen auf das große Wachstumspotenzial in dieser Region und verfügen durch unseren Börsegang über eine sehr solide Kapitalbasis für die weitere Expansion."

Zum 30. Juni 2003 hatte die BA-CA ein Kernkapital von 4,472 Mrd. Euro, die Kernkapitalquote betrug 6,7 (nach 6,8) Prozent. Mit dem Erlös aus dem Börsegang werde sich die Kernkapitalquote nochmals "signifikant erhöhen", wie die Bank heute mitteilte.

Zinsüberschuss deutliche gesunken

Dass der Zinsüberschuss gegenüber dem ersten Halbjahr 2002 um 10,5 Prozent auf 1,059 Mrd. Euro sank, begründete die BA-CA zum einem mit dem niedrigen Zinsniveau und der unverändert schwachen Marktlage in Österreich und zum anderen mit dem stark gesunkenen Kurs des polnischen Zloty (Polen ist für die BA-CA der mit Abstand größte Markt in Osteuropa). Zudem habe das Treasury sein Geschäft vermehrt über Instrumente abgewickelt, die sich nun im Handelsergebnis niedergeschlagen hätten.

Der Provisionsüberschuss blieb im Halbjahr mit 543 Mio. Euro um 2,2 Prozent hinter dem Vorjahreswert von 556 Mio. Euro zurück. Hier habe das nach wie vor flaue Wertpapiergeschäft durchgeschlagen.

Deutlich schwächer fiel das Finanzanlageergebnis aus, das sich in den ersten sechs Monaten 2003 auf 19 Mio. Euro halbierte (2002: 41 Mio. Euro, vor allem wegen Beteiligungsverkäufen). Die Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte lagen mit 32 Mio. Euro auf dem Vorjahresniveau (2002: 31 Mio. Euro). Weiterhin rückläufig war der Verwaltungsaufwand, der um 2,8 Prozent von 1,276 auf 1,240 Mrd. Euro sank.

Zweistellige Ergebnissteigerung

Einen detaillierten Ausblick über das Geschäftsjahr 2003 hat die BA-CA bei ihrer ersten Interimsbilanz nach dem Börsegang vom 9. Juli noch nicht gegeben. Dies werde aber bei den nächsten Berichten der Fall sein. Generell wurde bekräftigt, dass man auch im Gesamtjahr eine "prozentuell zweistellige Ergebnissteigerung" erwarte. Die Kreditrisikokosten sollten heuer geringer ausfallen als 2002. (APA/dpa/Reuters)

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    Halbjahresbilanz der BA-CA

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