Kirchner: Junta-Schergen sollen in Argentinien verurteilt werden

1. August 2003, 14:34
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Präsident nennt Amnestiegesetze verfassungswidrig

Buenos Aires - Der argentinische Präsident Nestor Kirchner hat sich gegen die Auslieferung von Folterern der früheren Militärjunta nach Spanien und Frankreich ausgesprochen und einen Prozess in Argentinien gefordert. "Die Unterdrücker sollten im Land verurteilt werden", sagte Kirchner am Mittwoch in Buenos Aires. Die argentinischen Amnestiegesetze seien verfassungswidrig. Er wäre für eine Aufhebung der Gesetze aus den Jahren 1986 und 1987 durch den Kongress, betonte der Präsident.

Spanien und Frankreich hatten die Auslieferung von mehr als 40 Exponenten der argentinischen Militärdiktatur (1976-1983) beantragt. Unter ihnen ist auch der als "blonder Todesengel" bekannte Alfredo Astiz, der zu den brutalsten Schergen der Junta gehörte. Kirchner hatte am 25. Juli ein Auslieferungsverbot aufgehoben, das die von Spanien gesuchten Junta-Mitglieder schützte. Während der Militärdiktatur wurden nach Erkenntnissen von Menschenrechtsorganisationen insgesamt rund 30.000 Menschen getötet. (APA/AFP)

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    Der argentinische Präsident Kirchner ist gegen eine Auslieferung der ehemaligen Junta-Mitglieder an das AUsland.

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