Guatemala: Montt soll für geisteskrank erklärt werden

4. August 2003, 08:37
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Präsidentschaftskandidatur des Ex-Diktators soll verhindert werden

Guatemala-Stadt - Mit der Diagnose einer psychischen Störung wollen die politischen Gegner von Efraín Rios Montt den früheren Diktator von einer erneuten Präsidentschaftskandidatur in Guatemala abhalten. Der 77-Jährige leide an einer "Zwangsneurose" und sei damit nicht als Präsident geeignet, sagte der Generalsekretär der rechtsgerichteten DIA-Partei, Jorge Ortega, am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Auch sein Amt als Kongresspräsident solle Rios Montt abgeben. In den kommenden Tage werde eine entsprechende Studie vor einem Zivilgericht vorgelegt.

Das guatemaltekische Verfassungsgericht hatte erst am Mittwoch den Weg für die Kandidatur des Ex-Diktators frei gemacht. Das seit 1985 in der Verfassung verankerte Verbot der Rückkehr von Putschisten ins Amt könne nicht nachträglich angewendet werden, urteilte das Gericht. Die Entscheidung zog heftige Kritik der Opposition nach sich. Rios Montt will für die rechtsgerichtete Regierungspartei Republikanische Front antreten. Während seiner Herrschaft in den Jahren 1982 und 1983 wurden Schätzungen von Menschenrechtsgruppen zufolge 17.000 Oppositionelle getötet. (APA)

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    In den vergangenen Tagen und Wochen mehrten sich die Proteste gegen eine mögliche Kandidatur des ehemaligen Diktators.

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    Ein Montt-Anhänger zündet auf einer Kundgebung Autoreifen an

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