Steinzeitliches Sonnenobservatorium entdeckt

4. August 2003, 18:41
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Kreisförmige Anlage in Sachsen-Anhalt vermutlich rund 7.000 Jahre alt

Halle/Goseck - Nach der berühmten "Himmelsscheibe von Nebra" haben Archäologen aus Halle offenbar erneut einen Sensationsfund gemacht. In nur 25 Kilometern Entfernung von deren Fundort sei jetzt das älteste Sonnenobservatorium Europas entdeckt worden, teilte das Landesamt für Archäologie Sachsen-Anhalt am Mittwoch mit. Die kreisförmige Anlage stamme vermutlich aus der Zeit um 5000 vor Christus und wäre damit rund 7.000 Jahre alt. Der Fundort liege am Ortsrand von Goseck im Landkreis Weißenfels.

Die Anlage diente den Angaben zufolge zur Beobachtung von Phänomenen, wie sie in ähnlicher Art und Weise auf der "Himmelsscheibe von Nebra" (1600 Jahre vor Christus) dargestellt seien. Sie belege somit den Beginn einer Jahrtausende alten Tradition der Himmelskunde. Der Fundort des Sonnenobservatoriums werde in den nächsten Jahren untersucht. Unterstützung komme dazu auch von Wissenschaftern aus den USA.

Die rund 3.600 Jahre alte "Himmelsscheibe von Nebra" gilt als die älteste konkrete Himmelsdarstellung der Welt. Nach Ansicht der Archäologen liegt die Vermutung nahe, dass den Darstellungen auf der Scheibe Beobachtungen vorausgegangen sind, die bereits Generationen zuvor erfolgten.(APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die "Himmelsscheibe von Nebra"

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