Annan hält neue Irak-Resolution für unabdingbar

1. August 2003, 11:39
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Mehrere Staaten zu Kooperation "unter UNO-Schirm" bereit

New York - Eine klares UNO-Mandat ist nach Einschätzung von UNO-Generalsekretär Kofi Annan unabdingbar, bevor die internationale Gemeinschaft den Koalitionsmächten im Irak in Zukunft zur Hilfe kommen kann. "Wir brauchen eine zweite Resolution, bevor wir uns stärker im Irak einsetzen", sagte Annan am Mittwoch vor Journalisten in New York. Sowohl die europäischen Staaten als auch Indien, vor allem aber die arabischen Nachbarländer des Irak seien nur unter dem "Schirm der Vereinten Nationen" bereit, Soldaten und finanzielle Mittel für die Wiederherstellung des Nahostlandes aufzubringen.

Multilateralismus entscheidend

"Was im Irak passiert, ist von äußerster Wichtigkeit für die Region und die ganze Welt", betonte der UNO-Chef. Die Antwort der internationalen Gemeinschaft auf den Alleingang der USA im Irak heiße "laut und klar: die UNO und der Multilateralismus sind entscheidend für uns". Er habe diese Reaktion vorausgesehen und die Länder gewarnt, die auf das Mandat der UNO verzichteten und die Organisation als "unbedeutend" schimpften.

Annan enthielt sich eines Urteils über den Erfolg oder Misserfolg der Besatzungstruppen bei der Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung im Irak. Das sei extrem schwer zu beurteilen, sagte er. Die Lage der Bevölkerung sei überaus schwierig. Wenigstens zwölf Millionen Menschen müssten ohne eigenen Verdienst oder den eines Familienmitglieds überleben. Die Armee und die Polizeitruppen seien zusammengebrochen. Außerdem müssten die Menschen weiter auf Wasser, Strom und die sanitäre Versorgung warten und seien in dieser Hinsicht schlechter dran als vor dem Sturz der Regierung von Saddam Hussein. (APA/dpa)

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    Kofi Annan geht in die Offensive

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