Linux 3.11 bringt zahlreiche Verbesserungen

3. September 2013, 10:34
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Neue Version des Kernels veröffentlicht - Stromsparen für Radeon-Karten und Intel Rapid Start

Mit Linux 3.11 hat Linus Torvalds eine neue Version der von ihm verwalteten Software veröffentlicht. Die - in Anspielung auf Windows 3.11 - mit dem Codenamen "Linux for Workgroups" versehene Release bringt dabei einmal mehr signifikante Verbesserungen für den Kernel.

Grafik

So beherrscht der Kernel nun dynamische Energieverwaltung für beinahe alle Radeon-HD-Grafikchips, was eine signifikante Reduktion des Stromverbrauchs verspricht. Derzeit wird diese Funktion aber noch als experimentell angesehen, und muss über den Bootparameter "radeon.dpm=1" explizit angefordert werden.

Schnellstart

Zudem wird nun "Intel Rapid Start" unterstützt. Eine Technologie, die bei vielen aktuellen Systemen ihren Einsatz findet und eine Art flexiblere und schnellere Alternative zu Suspend-to-Disk darstellt. Das Ganze funktioniert in kurz gesagt so: Ein mittels Suspend-to-RAM schlafen gelegtes System wird nach einer gewissen Zeit kurz aufgeweckt, um alle Speicherinhalte auf eine spezielle Partition zu schreiben. Dadurch sinkt der Stromverbrauch, die Art der Speicherung erlaubt aber eine wesentlich flottere Rückkehr in den Aktivbetrieb als es mit Suspend-to-Disk möglich gewesen wäre.

Packend

Mittels Zswap kann der Kernel den RAM-Inhalt komprimieren und und so das sonst notwendige Auslagern in den Swap-Speicher unterbinden. Dies verspricht Performance-Vorteile, immerhin ist das Entpacken von Speicherinhalten noch immer um ein vielfaches schneller als der Zugriff auf Festplatte oder SSD.  Ebenfalls neu ist das LZ4-Packverfahren. Dieses verspricht eine Platzersparnis auf dem Niveau von LZO, dies aber bei einer bis zu dreimal so hohen Entpackgeschwindigkeit.

Sicherheit

Über O_TMPFILE können Anwendungen jetzt temporäre Dateien so anlegen, dass sie im Dateisystem nicht sichtbar sind. Damit will man unter anderem die "gerne" genutzten Symlink-Attacken austricksen.

Virtualisierung

Im Bereich Virtualisierung gibt es die Unterstützung von ARM64-Plattformen zu vermelden, dies übrigens sowohl bei Xen als auch bei KVM. Und das Cluster-Dateisystem Lustre hat ebenfalls Einzug gehalten, wenn auch noch im experimentellen Staging-Bereich. (apo, derStandard.at, 03.09.13)

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    grafik: linux
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