Gejagte Jäger: Haialarm am Strand

Ansichtssache4. September 2013, 16:49
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Diana Nyad schwamm ohne Haikäfig die 170 Kilometer lange Strecke von Kuba bis zur US-Küste in Florida. Zu Haiangriffen kommt es aber weltweit

Laut International Shark Attack File (ISAF), einer internationalen Datenbank über Haiangriffe, gab es im Jahr 2012 insgesamt 119 Haiattacken auf Menschen, wobei 80 davon so genannte "unprovozierte" Angriffe waren. Das sind etwas mehr als 2011 (78), aber weniger als 2010 (82). Allgemein hat die Zahl der Haiangriffe seit 1900 zugenommen, was darauf zurückgeführt wird, dass immer mehr Menschen Urlaub am Meer in Verbindung mit Wassersport machen.

Die meisten Attacken gab es laut ISAF in Nordamerika, nämlich 42 (52,5 Prozent). Besonders gefährdete Regionen sind außerdem Australien (14 Attacken), Südafrika (4 Attacken) und Reunion mit drei Angriffen im Jahr 2012. Außerdem gab es noch vereinzelt Meldungen von Haiattacken auf den Kanarischen Inseln, aus Indonesien, Neuseeland, Nigeria, Saudi-Arabien und Tonga.

Besonders gefährdet sind übrigens Surfer. Sie machen mit 60 Prozent oder 48 Zwischenfällen den größten Teil der Betroffenen aus. Weniger betroffen von Haiangriffen sind Schwimmer (22 Prozent) und Taucher (8 Prozent).

Wenn der unwahrscheinliche Fall einer Begegnung mit einem Hai eintritt, so sollte man sich ruhig verhalten. Hektische Bewegungen erregen die Aufmerksamkeit der Tiere. Übrigens: Dass ein Schlag auf die Nase den Haifisch vertreiben soll, ist nicht belegt.

Der Mensch ist kein Beutetier

"Haie sind prinzipiell nicht aggressiv gegenüber Menschen", erklärt Walter Buchinger von Sharkpoject Österreich. "Wir gehören nicht in ihr Beuteschema. Wäre das so, würde es jährlich tausende Tote geben, da Menschen für Meeresräuber aufgrund ihrer gut genährten Körper und der langsamen Fortbewegung im Wasser ideale Beute wären."

Laut Sharkproject wurden im vergangenen Jahr 12 Menschen getötet. 2013 gab es bislang 71 unfreiwillige Haikontakte, 51 Menschen wurden verletzt, acht fühlten sich belästigt und bereits 12 Personen wurden getötet.

Die Gründe für die Zunahme der Attacken sind nicht eindeutig geklärt. Zum einen sind es die zunehmenden Urlaubermassen, die ihre Ferien am Meer verbringen. Buchinger gibt ein Beispiel, das ein weiteres Problem veranschaulicht: "Häufig wird in unmittelbarer Nähe von frequentierten Badestränden auch Sportfischerei angeboten. Das sollte ein absolutes No-Go sein. Zappelnde Fische locken Haie an, das schafft potenziell gefährliche Situationen für Schwimmer und Surfer."

11.000 getötete Haie pro Stunde

Hingegen werden laut WWF-Angabe jährlich 73 Millionen Haie von Menschen getötet, Greenpeace geht von 110 Millionen aus. Sharkproject kommt auf eine Zahl zwischen 100 und 200 Millionen Tiere, die jedes Jahr getötet werden. Das sind zwischen 200.000 und 400.000 Haie täglich - und über 11.000 Tiere pro Stunde. "In Europa bedienen wir uns gerne des Vorurteils, dass Haie vor allem für den asiatischen Raum ihr Leben lassen müssen. Stichwort: Haifischflossen. Tatsächlich nimmt aber die EU mit den Fischereinationen Spanien, Portugal und Frankreich beim Thema Haifang nach Indonesien den zweiten Platz ein. (todt, derStandard.at, 4.9.2013)

Info

ISAF

Sharkproject Österreich

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Second Beach, Port St. Johns, Südafrika

Im Jänner 2012 wurde eine 25-jährige Frau von einem Bullenhai an diesem berüchtigten Strand in Südafrika getötet. Im März diesen Jahres kam es zu einem Zwischenfall, bei dem ein 39-jähriger Mann schwer verletzt wurde und nur knapp mit dem Leben davon kam. Der Strand, so schön er optisch scheinen mag, ist bekannt für immer wieder auftretende Haiangriffe.

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