Wirtschaftsbund-Mitglied fordert "Sterbehilfe" für Vassilakou

3. September 2013, 16:04
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Unternehmer bezeichnet Wiener Grünen-Chefin als "psychisch unheilbar beeinträchtigt" - Wirtschaftsbund leitet Parteiausschlussverfahren ein

Das Facebook-Posting eines Wiener Unternehmers, der Mitglied des ÖVP-Wirtschaftsbundes ist, sorgt in sozialen Medien für Aufregung. Der Gebäudeausrüster bezeichnet die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou auf seiner privaten Facebook-Seite, die er auch regelmäßig für Wirtschaftsbund-Werbung benützt, als "dement" und "psychisch unheilbar beeinträchtigt".

Er geht noch weiter: In seinem Text meint er, es gebe "für dieser schwere Form der Grünen Demenz keine Hoffnung", daher könne man der Vizebürgermeisterin nur raten, "sich nach Holland zu begeben und sich ihr Euthanasie-Spritzerl zu holen, da dort eher die Möglichkeit besteht, auf Grund schwerer psychiatrischer Beeinträchtigungen humane Sterbehilfe zu bekommen".

"Bedauern diese Aussagen"

Der Wiener Wirtschaftsbund bestätigt auf derStandard.at-Anfrage, dass es sich bei dem Unternehmer um keinen Funktionär, aber um ein Mitglied handelt. "Wir bedauern diese Aussagen zutiefst", erklärt Sprecher Markus Langthaler, fügt jedoch hinzu, dass "der Wirtschaftsbund nicht für die Privatmeinungen aller seiner Mitglieder zur Verantwortung gezogen werden kann". Der Wirtschaftsbund hat nun ein Ausschlussverfahren eingeleitet, dieses sei ein "langwieriges Prozedere", sagt Langthaler. Ein Ausschluss aus dem Wirtschaftsbund würde mit einem Ausschluss aus der ÖVP einhergehen. (sterk, derStandard.at, 3.9.2013)

  • Das umstrittene Facebook-Posting.

    Das umstrittene Facebook-Posting.

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