Einbrüche in Wohnstätten stagnieren seit 2010

2. September 2013, 14:22
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Rund die Hälfte der Verdächtigten sind Wiederholungstäter

Wien - Die Einbruchsdiebstähle in Wohnungen und Privathäuser stagnieren laut der österreichischen Kriminalstatistik seit 2010 mit leicht abnehmender Tendenz. 15.747 Fälle wurden in diesem Jahr von der Polizei an die Staatsanwaltschaft angezeigt. 2009 hatten die Zahlen ihren vorläufigen Höhepunkt mit 21.148 Fällen erreicht, während es 2008 laut Bundeskriminalamt (BK) noch 18.648 Fälle waren.

Auch 2012 wurde das Niveau bei Einbrüchen in Wohnungen und Häuser in etwa gehalten. Mit 15.479 Anzeigen gab es erneut einen Rückgang um rund ein Prozent gegenüber 2011. Blickt man bis ins Jahr 2003 zurück, waren es da noch 13.429 Fälle, im Folgejahr wurden dann erstmals über 20.000 Fälle verzeichnet.

"Die Täter sind uns großteils bekannt, die haben wir schon 2004 und 2008 festgenommen", sagte Direktor des Bundeskriminalamts (BK), Franz Lang, bei der Präsentation der aktuellen Statistik im Februar dieses Jahres. Etwa 51 Prozent der Ausgeforschten sind Wiederholungstäter. Unter den ausgeforschten Tatverdächtigen befanden sich laut Lang etwa 70 Prozent Fremde, an der Spitze des Nationalitäten-Rankings standen Rumänen, Serben und Georgier.

Internationale Kooperationen

Das Delikt Einbruchsdiebstahl hat seine wirtschaftlichen Ursachen. "Im ganzen Prozess der Ostöffnung hat es immer ein Problem mit der Diebstahlskriminalität gegeben", sagte etwa Ernst Geiger, Leiter der BK-Abteilung für Ermittlungen für Organisierte und Allgemeine Kriminalität, 2009 in einem Interview. Mit der ökonomischen Stabilisierung in Ländern wie Polen, Tschechien, Ungarn oder der Slowakei habe sich auch die Zahl der Straftäter aus jenen Ländern auf ein unauffälliges Niveau reduziert.

Maßnahmen, wie die Schaffung der Soko Ost und der Masterplan gegen die Einbruchskriminalität haben bei der Bekämpfung dieses Deliktfelds jedenfalls Wirkung gezeigt. In Hinblick auf die mehrheitlich fremden Tätergruppen setzte das BK verstärkt auf die Ausschaltung deren Operationsbasen in den Heimatregionen durch Kooperationen mit den Polizeieinheiten vor Ort. So wurden laut BK ILECUs (International Law and Enforcement Coordination Units) in den Westbalkan-Ländern geschaffen. (APA, 2.9.2013)

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    grafik: apa
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