Stockender Start für Kremser Medizin-Uni

2. September 2013, 17:24
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Neue Studienmöglichkeiten für angehende Mediziner: Die Karl-Landsteiner-Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften nimmt ihren Betrieb auf

Bei der Ärzteausbildung wird kräftig umgerührt. Dass die Johannes-Kepler-Universität in Linz eine medizinische Fakultät bekommen wird, ist bereits beschlossene Sache. Und auch in Niederösterreich soll es bald möglich sein, Humanmedizin - erstmals im Bachelor-Master-System - zu studieren. Bereits im Herbst startet an der neugegründeten Karl-Landsteiner-Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften (KL) in Krems der Studienbetrieb. Die Akkreditierung durch die Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQ Austria) steht aber noch aus. Eingereicht wurde der Antrag bereits im Juli 2012.

Akkreditierung fehlt noch

Und auch wenn sich die Akkreditierung bis zum Semesterbeginn nicht mehr ausgehen wird, ist man an der KL optimistisch, dass sie im Laufe des Semesters erfolgt. Denn die erste Stellungnahme der AQ Austria zum neuen Medizinstudium im Bologna-System sei durchwegs positiv gewesen, sagt Eva-Maria Gruber, Pressesprecherin der KL.

Zurückhaltender zeigt sich die AQ Austria. Auf Anfrage des STANDARD hieß es lediglich, dass ein Verfahren zur Akkreditierung der Karl-Landsteiner-Privatuniversität anhängig sei. Bis wann es abgeschlossen sein werde, könne derzeit noch nicht gesagt werden.

Für Elmar Pichl, Leiter der Hochschulsektion im Wissenschafts- und Forschungsministerium, ist der Studienstart trotz fehlender Akkreditierung nichts Ungewöhnliches. Viel wichtiger sei, dass die Qualität des Angebots stimme, und diese zu prüfen brauche Zeit.

Health-Science-Lehrgang

Daher werde an der KL zwar im Herbst gestartet, aber nicht mit dem Bachelor, sondern mit einem einfachen Health-Science-Lehrgang. Und es ist auch der einzige der geplanten vier Studiengänge, der bereits diesen Herbst starten wird. Alle anderen Studienfächer werden erst ein Jahr später beginnen. Nicht die fehlende Akkreditierung, sondern zu wenig "Aufmerksamkeit" sei der Grund dafür, heißt es vonseiten der KL.

Die fehlende Akkreditierung hat aber noch weitere Auswirkungen. Die niederösterreichische Landesregierung möchte sozial bedürftige Studierende der KL mit einem Stipendium unterstützen. Die Kriterien zur Vergabe sind an das öffentliche Stipendiensystem gekoppelt. Damit Studierende um Beihilfe ansuchen können, müssen sie aber an einer Universität studieren. An einer Lösung wird bereits gearbeitet. "Derzeit werden Gespräche mit der Studienbeihilfenstelle geführt und die rechtlichen Rahmenbedingungen abgeklärt, damit trotz fehlender Akkreditierung um Beihilfe angesucht werden kann", sagt Wolfgang Hochgerner, Abteilung Wissenschaft und Forschung, Land NÖ. (Gudrun Ostermann, DER STANDARD, 31.8./1.9.2013)

  • Am Campus Krems wird die Errichtung der Karl-Landsteiner-Privatuniversität für Gesundheitswissenschaft bereits geplant.
    foto: campus krems

    Am Campus Krems wird die Errichtung der Karl-Landsteiner-Privatuniversität für Gesundheitswissenschaft bereits geplant.

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