Zeit für "going Down Under"

2. September 2013, 08:03
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Bloggerin Angelika Mandler-Saul wird drei Monate durch Australien reisen. Auch ohne Planungsleidenschaft gilt es, einige Dinge zu berücksichtigen

Nach zahlreichen Reisen durch Europa, USA und Asien sowie vielen Städtetripps steht nun –endlich!- Australien auf meinem Reiseplan. Ein beruflicher Teil meines Lebens ist abgeschlossen, der neue hat noch nicht begonnen: Australien passt meines Erachtens nach vorzüglich in diese Lücke. Wann, wenn nicht jetzt – Wer, wenn nicht ich?

Drei Monate sollen es werden, die Hälfte davon allein durch Südwestaustralien – mit Campervan, Zug und Flieger. Ich werde versuchen, meine Planungsleidenschaft ein wenig zu zügeln und vorort bewusst nach Lust und Laune zu reisen.

Der Campervan ist natürlich vorbestellt (ein ausgedehnter Preisvergleich kostet zwar Zeit, lohnt aber in jedem Falle). Ab 7. September steht nur noch eines am Programm: Erleben, Fotografieren und Schreiben.

Als "digitaler Nomade" ist es zuerst einmal wichtig, sich vorort um eine unabhängige Internet Verbindung zu kümmern. Ich habe lange recherchiert: Es wird ein Telstra-USB Stick werden, mit dem ich auch ein eigenes WLAN aufbauen kann – danach werde ich unabhängig online sein können, sofern ich nicht tagelang durchs Outback cruise.

Aber das habe ich gar nicht vor. Beim ersten Mal soll alles gemütlich und ohne 4WD ablaufen. Schließlich muss ich mich erstmal an meinen Campervan gewöhnen und er an mich.

Die Überlegungen zum technischen Schnickschnack haben ganz schön viel Zeit bei meiner Vorbereitung eingenommen: Die digitale Spiegelreflex soll mit und auch die kleine Digicam für etwaige bushwalks – der Laptop sowieso und das Smartphone auch. Ein Adapter für USB Ladegeräte, um sie im Campervan während der Fahrt aufladen zu können und ein Verteilerstecker, damit ich abends im Bus alles wieder gleichzeitig aufladen kann.

Und schließlich will auch mein Ebook mit ein paar Neuerscheinungen aufgeladen werden – so ein Flug nach Perth ist schließlich lang. 

Gemeinsam in die zweite Halbzeit

Den zweiten Teil der Reise werden wir zu zweit absolvieren: In Sydney wollen wir uns Zeit nehmen, anschließend von Darwin mit dem Campingbus ins Red Center fahren. Danach steht noch die Ostküste zwischen Cairns und Brisbane auf dem Programm. Und die letzte Woche unseres Australien Abenteuers lassen wir überhaupt noch offen: ob Melbourne, Great Ocean Road oder weiter als Camping-Nomade an der Ostküste – wir werden ja sehen.

Viel Zeit hat mich auch die Angelegenheit mit den Versicherungen gekostet. Es scheint hierzulande nicht vorgesehen zu sein, sich mehr als fünf Wochen freiwillig im Ausland aufzuhalten. Schon gar nicht, wenn man keine Fixanstellung  vorweisen kann. Endlich habe ich eine eigene Reise-Krankenversicherung abgeschlossen, doch Vorsicht: Wer in Österreich nicht bei der Gebietskrankenkasse angemeldet ist, der hat am Urlaubsziel meist trotz privater Krankenversicherung mit einem Selbstbehalt von 20 Prozent im Krankheitsfall zu rechnen. Und das kann sehr schnell sehr viel Geld werden!

Schließlich noch die üblichen Überlegungen in den letzten Tage vor der Abreise:

- Welche Tasche passt in den Campervan
- Wie schütze ich meine elektronischen Geräte vor dem roten Staub
- Sonnencreme mit höllisch hohem Schutzfaktor
- Yoga-Anleitungen für unterwegs
- Welche Reiseführer dürfen mit
- Anruf beim Tropeninstitut ("Sie waren erst in Kambodscha? Dann brauchen Sie für Australien eigentlich nichts")
- Reisedokumente einscannen und abspeichern

Meine Liste wird immer länger anstatt kürzer: 
- Funktioniert Skype auf dem Laptop?
- Hab ich alle Passwörter zum Bloggen?
- Noch schnell das Photo-Bearbeitungsprogramm auf den Laptop laden.
- Sind wirklich alle Kabel eingepackt?
- Mit den besten Freunden will ich mich nochmals treffen.
- Noch eine Radtour.
- Noch ein Kellerfest daheim im Weinviertel, noch ....

Auch wichtig: Die Kräuter im Garten verarbeiten, damit ich mich bei meiner Rückkehr in den rauen Weinviertler Winter mit eigenem Pfefferminztee aufwärmen kann. (Angelika Mandler-Saul, derStandard.at, 02.9.2013)

  • Mit im Gepäck ist einiges an elektronischen Geräten.
    foto: angelika mandler-saul

    Mit im Gepäck ist einiges an elektronischen Geräten.

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