Ein Krokodil, das nicht ins Buch gehört

Rezension30. August 2013, 17:00
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In diesem feinen Kinderbuch verschwindet ein Krokodil ganz frech von der Bildfläche

Hier wird die junge Leserschaft direkt angesprochen. Ein Krokodil hat sich nämlich in das Buch verirrt. Ein "wirklich großes, wirklich grässliches Krokodil". Eigentlich hätten die beiden Buchautoren gerne eine Geschichte über eine Entenmutter und ihre Kinder erzählt. Aber schon auf Seite eins ist es damit vorbei. Das Krokodil taucht auf! Die Leser werden aufgefordert, das Buch zu wiegen, tatsächlich schläft das Tier kurz ein - schnell ein paar Kritzeleien drüber, und das Krokodil schaut wie eine Balletttänzerin aus. Nützt nichts. Dann soll das Buch geschüttelt werden. Nein, das Krokodil fällt nicht heraus.

Nicola O' Byrne und Nick Bromley beschäftigen in ihrem Bilderbuch "Happs. Gaaanz vorsichtig öffnen" auch die Betrachter. Gedacht für Kinder ab dem dritten Lebensjahr, wird das Buch - dank der süßen Geschichtsidee - rasant durchgeblättert. Das fast vierjährige Testkind war ganz begeistert, hält den Finger des Vaters hin, weil das Krokodil ja vielleicht doch zubeißen könnte, lacht (sehr lieb von ihm!) und befingert dann am Ende des Buches das Loch, welches das Krokodil durch das Buch gebissen hat, um endlich verschwinden zu können - da heißt es auch: "Ich frage mich, wo das Krokodil wohl als Nächstes auftauchen wird." Teil zwei scheint offensichtlich schon in Planung zu sein. (Peter Mayr, DER STANDARD, Album, 31.8./1.9.2013)

Nicola O'Byrne, Nick Bromley
Happs. Gaaanz vorsichtig öffnen
Lappan-Verlag 2013
32 Seiten, € 13,40

  • Der fast vierjährige Testleser war begeistert.
    foto: lappan-verlag

    Der fast vierjährige Testleser war begeistert.

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