Tester: "Diablo 3" auf Konsolen besser als am PC

30. August 2013, 11:08
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Zahlreiche Änderungen bringen das Action-Rollenspiel seinen Wurzeln näher

Mit über einem Jahr Zeitunterschied ist Blizzards Action-Rollenspiel "Diablo 3" bald auch für die aktuelle Konsolengeneration verfügbar. Ab 3. September kann auch auf Xbox 360 und PlayStation 3 durch die Weiten von Sanctuary gestreift werden.

Die Fragen, die sich stellen, sind einfach. Was hat Blizzard aus dem Feedback zur PC-Ausgabe gelernt? Und wie gut wurde die Steuerung des zuweilen hektischen Spiels angepasst? Erste Rezensionen geben Auskunft.

Intuitivere Steuerung

Geht es nach Jeff Marchiafava von Game Informer, hat Blizzard seine Hausaufgaben mehr als bloß erfüllt. In der Tat wurden von Blizzard zahlreiche Änderungen vorgenommen, die ihn die Konsolenausgabe "bei weitem" gegenüber der PC-Version bevorzugen lassen.

Da wäre zum Einen das Steuerkonzept. Die Entwickler haben nicht versucht, die Steuerung der Windows- und Mac-Ausgabe Eins-zu-Eins nachzubauen, sondern setzen auf direktere Kontrolle des Spielcharakters. Gelaufen wird mit dem linken Analogstick, mit dem rechten wird ein Ausweichmanöver durchgeführt.

Sich auf diese Weise als Nahkämpfer durch Gegnermassen zu walzen, soll ein besonders lohnenswertes Erlebnis sein. Nutzer von Fernwaffen haben es etwas schwerer, aber auch da soll die Umsetzung gelungen sein.

Vereinfachtes Inventar

Auch am Interface wurde geschraubt. Die wichtigsten Optionen sind über ein radiales Menü ansteuerbar. Dies klappt einigermassen, geht es aber etwa darum die Attribute zweier Gegenstände zu vergleichen, ist man am PC nach wie vor schneller.

Dafür gibt es Erleichterung beim Inventarmanagement. Statt unrerschiedliche Größen zu besitzen und so umständliche Sortiermaßnahmen notwendig zu machen, belegen Gegenstände nunmehr jeweils ein Feld. Dazu lassen sich Items vorab markieren, um sie bei der Rückkehr zu einem Händler auf einen Schlag verkaufen zu können.

Blizzard streicht Online-Zwang und Auktionshäuser

Für heftige Diskussionen sorgte beim Release von "Diablo 3" vergangenes Jahr der Online-Zwang. Spieler mussten mit ihrem Battle.net-Account eingeloggt sein und spielten auf den Servern von Blizzard. Gab es Ausfälle, war für alle das Spiel beeinträchtigt. Ebenso skeptisch beäugt wurden die beiden Ingame-Auktionshäuser mit virtuellem bzw. echtem Geld.

Hier ist Blizzard unerwartet kompromisslos vorgegangen. Die Auktionshäuser wurden auf der Konsolenausgabe komplett gestrichen, für ein lokales Spiel ist weder eine Internetverbindung, noch ein Battle.net-Konto Voraussetzung. Dieses ist erst erforderlich, wenn man online mit anderen Kämpfern auf Monster- und Beutejagd gehen möchte.

Alte Stärken, alte Schwächen

Wie Oli Welsh bei Eurogamer erklärt, ist auch bei all den Änderungen die Feature-Vielfalt erhalten geblieben. Alles was Blizzard mit "Diablo 3" geliefert oder in späteren Updates ergänzt hat, ist auch auf Xbox und Playstation vorhanden – darunter die Erstellung eigener Playlisten für Hintergrundmusik. Auch unterstützt Die Konsolenausgabe den Export und Import von Spieler von einem USB-Datenträger.

Das Spiel macht Freude wie eh und je, hat aber auch bestehende Schwächen adoptiert. So ist das Spiel etwa nach wie vor am normalen Schwierigkeitsgrad nicht einmal für ungeübte Spieler eine echte Herausforderung. Und egal, wie man seinen Helden entwickelt, das Spielgefühl an sich wird fast ausschließlich von der zuvor gewählten Klasse bestimmt, obwohl man in der Wahl weiterer Fertigkeiten mangels Skilltree freie Hand hat. "Diablo 3" ist auch auf den Wohnzimmerplattformen von Sony und Microsoft ein im Grunde simples Monstermetzelspiel. Dementsprechend ist aber auch der Einstieg einfach und neue Spieler sind schnell gefesselt.

Die "Essenz" des Spieles

Dem Chorus an positiven Rezensionen schließt sich auch Phil Iwaniuk beim Official Playstation Magazine an. Der Suchtfaktor, der sich aus dem Erforschen der Welt an der Oberfläche und in Dungeons, dem Kampf mit den Gegnern und den erbeuteten Gegenständen ergibt, sucht seines gleichen. Doch trotz der Fülle hat man sich nach wenigen Durchläufen an der Einzelspielerkampagne sattgesehen und findet deutlich mehr Spaß im Multiplayer-Modus.

Nicht selten, so Iwaniuk, werden Sequels dafür gescholten, ihre Vorgänger zu entstellen. Anders bei "Diablo 3", wo es Blizzard gelungen ist, mit der Konsolenversion "die Essenz des Originals" einzufangen. (gpi, derStandard.at, 30.08.2013)

(Video: Diablo 3 Opening)

  • Ohne spielerische Features zu streichen hat Blizzard eine gelungene Portierung von "Diablo 3" für PlayStation 3 und Xbox 360 abgeliefert.
    foto: blizzard

    Ohne spielerische Features zu streichen hat Blizzard eine gelungene Portierung von "Diablo 3" für PlayStation 3 und Xbox 360 abgeliefert.

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