Uwe Boll sammelt Fan-Gelder für "Postal 2"-Film

29. August 2013, 13:17
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Umstrittener Regisseur: "Ihr müsst den Film bezahlen, weil es sonst keiner tut"

Der berühmt-berüchtigte deutsche Regisseur Uwe Boll meldet sich zurück mit einem Crowdfunding-Projekt. Er möchte via Kickstarter die Dreharbeiten für einen zweiten "Postal"-Film finanzieren.

"Postal 2" ist ein stark umstrittener und äußerst blutrünstiger Egoshooter des Entwicklerstudios Running with Scissors, der dem Helden in Sachen Gewaltausübung große Vielfalt einräumt. Die Hauptfigur lebt in einem Wohnwagen und ist geknechtet von einer nörgelnden Ehefrau, die jedoch nie zu sehen ist. In fünf jeweils einen Tag abbildenden Spielabschnitten gilt es an und für sich simple Aufgaben zu absolvieren.

Milch einkaufen

Die Aufträge wie "Milch einkaufen" lassen sich zwar grundsätzlich auch ohne Gewaltanwendung lösen, jedoch erschwert das Spiel dies zusehends. Auseinandersetzungen werden äußerst blutig dargestellt, Gegner können auf unterschiedlichste Weise getötet werden."Postal 2" erlaubt auch die Interaktion mit diversen Gegenständen und Figuren, etwa das Verwenden einer Katze als Schalldämpfer für eine Waffe.

Die Veröffentlichung des Titels im Jahre 2003 hat zu zahlreichen Kontroversen und Protesten geführt. In Neuseeland und Australien wurden der Verkauf - auch als Import – und die Weitergabe komplett untersagt.

"9/11"-Szene sorgt für Aufregung im ersten Film

Auch Bolls erster "Postal"-Film, der sich lose ans Szenario des Spiels hält, rief viele Kritiker auf den Plan. Neben der allgemeinen filmischen Qualität war vor allem der Umgang von Boll mit den Terroranschlägen auf das New Yorker World Trade Center am 11. September 2001 vielen ein Dorn im Auge. Boll selbst gibt im Verlauf der Handlung einen Kurzauftritt und bezeichnet sich dabei selbst als Nazi, der seine Filme mit Nazigold finanziert.

"Ihr müsst den Film bezahlen, weil es sonst keiner tut", sagt Boll im Vorstellungsvideo des 60-tägigen Crowdfunding-Runs, mit welchem er eine halbe Million Dollar lukrieren möchte. "Postal" sei immer noch der "beste Film aller Zeiten", und mit dem Nachfolger möchte er als der "größte Filmregisseur der Erde" nun eins draufsetzen.

Offene Fragen und politische Kritik

"Postal 2" soll zahlreiche Fragen klären, etwa was wirklich mit dem einstigen Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden passiert ist, was die Hauptfigur, der "Postal Dude" nun eigentlich so macht und wieso Barack Obama wie George Bush sei.

Einmal mehr verspricht er, aktuelle Themen – wie Edward Snowden und die NSA-Bespitzelung oder die Ereignisse rund um Julian Assange in einer "kontroversen Komödie" zu verarbeiten und politische Entwicklungen zu kritisieren. Überlebende Charaktere aus dem ersten Teil sollen mit von der Partie sein, unter anderem kündigt er ein Comeback von Schauspielerin Jackie Tohn an.

Trash oder Kult?

Uwe Boll hat bereits eine Reihe von Videospielen verfilmt, unter anderem "Far Cry" und "Bloodrayne". Üblicherweise werden seine Werke von Kritikern zerrissen, gleichzeitig hat sich aber auch eine Fangemeinde gebildet, bei der die oft trashigen Werke hohes Ansehen genießen. Im Web wird bereits diskutiert, ob Boll die Kickstarter-Kampagne überhaupt ernst meint. (gpi, derStandard.at, 29.08.2013)

Video: Postal 2-Kickstarter

  • Uwe Boll will einen zweiten Teil eines umstrittenen Films zu einer umstrittenen Spielvorlage produzieren.
    foto: kickstarter/uwe boll

    Uwe Boll will einen zweiten Teil eines umstrittenen Films zu einer umstrittenen Spielvorlage produzieren.

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