Rätselhaftes Elchsterben in Südschweden

29. August 2013, 09:38
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Ursache könnte eine zu hohe Population sein - aber auch der Klimawandel

Stockholm - Noch rätseln die Wissenschafter, woran es liegt: In Südschweden grassiert ein mysteriöses Elchsterben. Vor allem auf der Insel Öland ist die Population drastisch zurückgegangen - hier werden nur noch rund 300 Elche vermutet. Der Rückgang wird vor allem auf eine ungewöhnlich hohe Sterblichkeitsrate bei Jungtieren zurückgeführt.

Laut den Forschern der Universität Umeå gebe es zwei mögliche Ursachen für das Elchsterben. Die eine wäre eine natürliche Folge eines zu hohen Elchbestandes: Leben zu viele Tiere auf zu engem Raum, kann dies zu akutem Futtermangel führen, wie der Wildtierexperte Göran Ericsson der schwedischen Nachrichtenagentur TT erklärte.

Ein ähnliches Phänomen war in den 1980er- und 1990er-Jahren aufgetreten: Auch damals fanden Jäger eine ungewöhnlich hohe Anzahl verendeter Tiere - damals in Teilen Westschwedens. Eine genaue Bestandsanalyse zeigte dann, dass pro tausend Hektar 18 bis 22 Elche gelebt hatten - und das war in etwa das Vierfache der normalen Population.

Klimaänderung als möglicher Grund

Eine andere mögliche Erklärung wäre allerdings, dass auch der Klimawandel das Elchsterben mitverursacht haben könnte - beziehungsweise auch die Einengung des Lebensraumes.

Für ganz Schweden betrachtet, sind die Elchbestände derzeit allerdings kaum unter Druck: Die aktuelle Population wird auf 300.000 bis 400.000 Tiere geschätzt. Jährlich werden sogar rund 90.000 Elche gejagt.

Was Rentiere betrifft, fanden norwegische Forscher bereits in einer Langzeitstudie von 1995 bis 2011 jedenfalls heraus, dass ihnen der Klimawandel sehr wohl zusetzt. Wegen des Anstiegs der Temperaturen könnte es laut dieser Untersuchung im Winter in der Nordpolregion in Zukunft häufiger regnen als bisher. Dies würde wiederum zu mehr Bodeneis im Winter führen: Wenn der Regen den Schnee durchdringt, dann aufgrund der tiefen Bodentemperatur gefriert - und diese Eisschicht dann die Futterpflanzen der Rentiere überdeckt. (Roman David-Freihsl, DER STANDARD, 29.8.2013)

  • Was ganz Schweden betrifft, ist die Elchpopulation stabil. 
    foto: dpa-zentralbild/patrick pleul

    Was ganz Schweden betrifft, ist die Elchpopulation stabil. 

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