Lästige Eigenwerbung

28. August 2013, 17:51
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Ab Dienstagmittag trommelten die "ZiBs" für das neue digitale Informationsangebot: Überdosis.

Wer am Dienstag die ORF-Nachrichten verfolgte, erfuhr im Wesentlichen Neues zu drei Themen: Syrien, Wahlkampf zur Nationalratswahl und dazu passend der Start der ORF-App "Wahl 13", einem neuen Informationsangebot, das Radio- und Fernsehbeiträge, Livestreams aller Kandidatenduelle, Infografiken und Blogeinträge von ORF-Journalisten zur Nationalratswahl am 29. September bündelt. 

Zur Erinnerung: Mit der Schladming-App verstieß der ORF laut Medienbehörde gegen das Gesetz, umso erstaunlicher gestaltete sich die Intensität der folgenden Eigenbewerbung. Nachdem ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz die App Dienstagvormittag vor Journalisten präsentierte, erreichte die Neuigkeit in der Mittags-"ZiB" das TV-Publikum. Und damit allen potenziellen Wählern auch wirklich nichts entgeht, wurde derselbe Beitrag auch in der "Zeit im Bild" um 19.30 Uhr präsentiert. Als Lisa Gadenstätter dem Publikum nur Minuten später in der "ZiB 20" die App "ans Herz" legte und auch ein Teil der Werbezeit zwischen den Sendungen im Abendprogramm dafür genutzt wurde, um die App zu bewerben, wurde es lästig. 

Aber es war noch lange nicht genug. Im ersten "Report" nach der Sommerpause, der thematisch in die Intensivphase der Wahlkampfberichterstattung ging, verwies Susanne Schnabl auf ein "ganz spezielles Wahlangebot". Die Rede war - no na net - von der neuen App. Sie sei "alles", was man für die Wahl brauchen würde. Armin Wolf ließ es sich in der "ZIB 2" nicht nehmen, die Bedienung der App am Tablet zu demonstrieren. Die grundsätzlich empfehlenswerte Anwendung wird durch diese Überdosis an Eigenwerbung vergiftet. (Sandra Schieder, DER STANDARD, 29.8.2013)

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