"C(r)ash" im Stadttheater Walfischgasse

28. August 2013, 16:54
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Rupert Henning schrieb Stück mit Cornelius Obonya in der Hauptrolle - Auch "Enigma" und "Drei Mal Leben" als Eigenproduktionen

Wien - Klingende Namen wie Cornelius Obonya und Rupert Henning schmücken die neue Saison im Wiener Stadttheater Walfischgasse. So hat der Erfolgstheatermacher Henning das Stück "C(r)ash" für das Haus geschrieben, das am 16. Oktober mit Obonya, Stefano Bernardin und Claudia Kottal uraufgeführt wird. Unter anderem mit dieser Produktion hofft Intendantin Anita Ammersfeld, den Aufwärtstrend der vergangenen Saison fortzusetzen, in der man die Zahl der Abonnements um 24,5 Prozent und den Einzelverkauf um 6,6 Prozent steigern konnte, berichtete sie am Dienstag in einer Pressekonferenz.

Henning lässt in "C(r)ash" ein junges Paar ein Haus kaufen und dort unerwarteten Besuch von einem Polizisten erhalten, worauf die Situation eskaliert. "Es geht in diesem Stück um die Auseinandersetzung mit der sogenannte bürgerlichen Lebensweise und der scheinbaren Sicherheit, die sie uns bietet", so Henning. Deshalb sei es ein Glück für ihn, dass es ein Theater in Wien gebe, das "normale" Stücke aufführe, die sich mit unserer Normalität beschäftigen.

Und dass er sein Werk - wie schon das Erfolgskabarett "Cordoba" - wieder mit Cornelius Obonya uraufführen könne, bezeichnete Henning als beglückend: "Mit dem Cornelius habe ich eine außereheliche Liebesbeziehung." So könne er an den Feinschliff gleich im Wissen um die jeweiligen Schauspieler gehen: "Ich habe Cornelius, Claudia und Stefano vor Augen und die Carolin im Nacken."

Diese Carolin ist Carolin Pienkos, die als Teil des Führungsteams der Walfischgasse das Stück inszeniert. "Es ist ein Gegenwartsstück, das am Puls unserer Zeit ist", unterstrich auch die Theatermacherin vor Probenbeginn. Henning widme sich der Krise im Blick auf die einzelnen Individuen. Angst, dass ihr der begeisterte Theatermacher Henning als Autor zu viel in die Produktion hineinreden wird, hat die Regisseurin nach den gemeinsamen Erfahrungen mit dem Stück "Revanche" am Haus jedenfalls nicht: "Es ist für mich die Chance, einen lebenden Autor nach seinen Intentionen zu befragen."

Und auch Obonya freut sich auf den Beginn der Probenarbeit in der kommenden Woche: "Die Rolle, die ich hier spielen darf, ist so ziemlich das Gegenteil vom Jedermann, behandelt aber das gleiche Thema." Insofern seien für ihn in dieser Personenkonstellation auch weitere Arbeiten am Stadttheater denkbar.

"Enigma" ab 13. November

Als zweite Eigenproduktion kommt dann am 13. November Eric-Emmanuel Schmitts Psychoduell "Enigma" auf die Bühne. Das verbale Duell zwischen einem Literaturnobelpreisträger und seinem Interviewer wird Isabella Suppanz, einstige Intendantin des Landestheaters Niederösterreich, am Stadttheater mit Alexander Rossi und Christian Pätzold inszenieren. "Hier kann man Schauspielertheater machen", streute Suppanz dem Haus Rosen.

Am 15. Jänner kommt schließlich "Drei Mal Leben" von Yasmina Reza auf die Bühne, in dem die französische Autorin zwei Ehepaare durch drei unterschiedliche Konstellationen schickt. Hierfür wurde erneut Oliver Baier als Schauspieler verpflichtet, der neben Barbara Horvath, Sinikka Schubert und Nicolaus Hagg unter Michael Gampe spielt.

Neben den neuen Eigenproduktionen kehrt etwa Felix Mitterer in seiner Erfolgsrolle als Affe Rotpeter im "Bericht an eine Akademie" von 25. bis 27. Oktober ans Haus zurück, wird die Produktion von Harold Pinters "Betrogen" ab dem 25. September wieder aufgenommen und ist auch "Der Vorname" von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patelliere ab 18. Oktober wieder zu sehen.   (APA, 28.8.2013)

  •  "C(r)ash-Darsteller Cornelius Obonya, Stefano Bernardin und Claudia Kottal auf einem gänzlich ungezwungenen Vorab-Foto.
    foto: stadttheater / robert polster

     "C(r)ash-Darsteller Cornelius Obonya, Stefano Bernardin und Claudia Kottal auf einem gänzlich ungezwungenen Vorab-Foto.

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