Flugtickets: Enorme Unterschiede bei Zusatzgebühren

28. August 2013, 12:35
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Sondergebühren treiben die Flugkosten in die Höhe. Der ÖAMTC hat zehn europäische Airlines verglichen und Abweichungen um bis zu 200 Euro gefunden

Es ist ärgerlich, wenn ein anfangs attraktives Angebot für ein Flugticket sich am Ende des Buchungsprozesses als bis zu doppelt so teuer herausstellt. Die Gründe dafür sind Zusatzgebühren, die zum Teil abenteuerliche Ursachen haben.

Für so gut wie jede "Zusatzleistung" werden extra Gebühren erhoben, und schnell wird das Gepäck, die Zahlungsart oder die Sitzplatzreservierung zum Preistreiber. Der ÖAMTC hat zehn europäische Fluglinien genauer unter die Lupe genommen und einen Überblick zu den Zusatzgebühren erstellt.

Was an Bord darf

So ist bei Easyjet, Germanwings und Ryanair jedes Gepäckstück, das nicht als Handgepäck mit an Bord genommen wird, gebührenpflichtig. Bis zu 70 Euro verlangen die Airlines für einen eingecheckten Koffer, wobei sich Passagiere bei einer Online-Voranmeldung bis zu 50 Prozent der Gebühren sparen können. Die Freigepäck liegt bei allen untersuchten Airlines, die diesen Service anbieten, bei 23 Kilogramm. Easyjet erlaubt auch bei Bezahlung von mindestens zwölf Euro bei Online-Anmeldung nur 20 Kilogramm.

Die Definition von "Handgepäck" variiert ebenfalls von Airline zu Airline, und während manche nur eine Tasche akzeptieren, kann bei anderen Fluggesellschaften zusätzlich eine Hand- oder Laptoptasche mitgenommen werden. Unterschiede gibt es auch beim zugelassenen Gewicht des Handgepäcks. British Airways zeigt sich diesbezüglich besonders tolerant und erlaubt 23 Kilogramm sowie zusätzlich eine Laptop- oder Handtasche. Am wenigsten darf bei Intersky in die Kabine, nämlich lediglich ein Handgepäckstück mit fünf Kilogramm.

Unbedingt frühzeitig anmelden sollte man Sondergepäck wie einen Kinderwagen oder Sportutensilien. Vor allem bei Sportequipment hat jede Fluggesellschaft eigene Regelungen. Meist können Golftaschen sowie Tauch- und Skiausrüstung als Teil der Freigepäckmenge abgegeben werden. Zum Teil bestehen jedoch Vorgaben zu maximaler Größe oder Maximalgewicht. Überschreitungen können bis zu 200 Euro kosten, wie etwa bei Alitalia.

Die Buchung schlägt zu Buche

Bis zu 12,50 Euro können bei Buchungen im Internet an "Service Charge" anfallen. Wer sein Ticket telefonisch oder am Flughafenschalter kauft, muss beispielsweise bei Austrian Airlines sogar jeweils 45 Euro bezahlen. Eine beliebte Gebühr ist jene auf Kreditkartenzahlung. Allerdings gibt es aufgrund fehlender Alternativen kaum eine Möglichkeit, dieser Gebühr zu entgehen. Keine Gebühren für die Online-Buchung zahlt man bei British Airways, Germanwings, Intersky und Lufthansa. Allerdings fallen bei Lufthansa Kreditkartengebühren von fünf Euro an, bei Germanwings sind es sogar 9,90 Euro und bei Ryanair 2 Prozent des Gesamtpreises.

Für eine Sitzplatzreservierung fallen ebenfalls Gebühren an. Bis zu zwölf Euro verlangen Airlines dafür, wenn man bereits bei der Buchung einen bestimmten Platz für sich in Anspruch nehmen möchte. Ein früher Check-in ermöglicht eventuell, einen bevorzugten Platz auch ohne Reservierung zu bekommen. Bei Air France, Alitalia und Austrian ist die Sitzplatzreservierung kostenlos. Und wer an Bord der Billigflieger Easyjet, Germanwings und Ryanair einen Snack erwartet, sollte Geld dabeihaben. Denn Gratisessen gibt es bei diesen Fluglinien nicht.

Für seine Untersuchung hat der ÖAMTC Flüge innerhalb Europas in der Economy Class von Air Berlin/Niki, Air France, Alitalia, Austrian Airlines, Easyjet, British Airways, Germanwings, Intersky, Lufthansa und Ryanair verglichen. (red, derStandard.at, 28.8.2013)

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ÖAMTC

  • Bei easyJet, Ryanair und Germanwings sollte man den Kaffee entweder vor dem Boarding trinken oder Geld dabei haben - gratis gibt's bei den Billigairline nichts an Bord.

    Bei easyJet, Ryanair und Germanwings sollte man den Kaffee entweder vor dem Boarding trinken oder Geld dabei haben - gratis gibt's bei den Billigairline nichts an Bord.

  • Die ÖAMTC-Grafik lichtet den Gebührendschungel.
    grafik: öamtc

    Die ÖAMTC-Grafik lichtet den Gebührendschungel.

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