MigrantInnen-Organisationen: "Wir sprechen für uns selbst"

27. August 2013, 13:22
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Kritik an "Und wer putzt bei dir?"-Slogan geht weiter: Statt Opferdiskurs fordern Vereine die Anerkennung von internationalen Bildungsabschlüssen

Nachdem eine Facebook-Wahlwerbung für Kontroversen auch innerhalb der Grünen gesorgt hatte, reagieren nun auch migrantische Selbstorganisationen auf den Wahlkampf-Slogan "Und wer putzt bei dir?" In dem öffentlichen Statement heißt es: "Wir wehren uns gegen die unreflektierte Verwendung von Bildern als Auslöser für Diskussionen, die auf dem Rücken von Schwarzen Frauen*, Women* of Color und Migrantinnen* ausgetragen werden, und so unsere Stimmen und Widerstände unsichtbar machen."

Auf dem Bild sind zwei Reinigungskräfte mit dunkler Hautfarbe zu sehen. Laut Darstellung der Grünen sollte damit die Ausbeutung von Menschen mit Migrationshintergrund im Niedriglohnbereich thematisiert werden. Nach externen und auch interner Kritik an der stereotypen Darstellung von MigrantInnen und der Verbindung von sozialen Rechten mit der Nützlichkeit von MigrantInnen im Empfängerland wurde auf der Facebook-Seite der Bundesgrünen eine Stellungnahme veröffentlicht, die von einer "Gradwanderung" sprach, gesellschaftliche Realitäten bildlich plakativ abzubilden und dabei nicht Stereotype zu produzieren. 

Anerkennung von Bildungsabschlüssen gefordert

Die MigrantInnenorganisationen halten fest: "Jenseits von 'gnädigen' Opferdiskursen fordern wir die Anerkennung von internationalen Bildungsabschlüssen, uneingeschränkten Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt und zu Sozialleistungen, gerechte Entlohnung, einen generellen Abschiebestopp und Bewegungsfreiheit für Alle! Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren und solidarisieren uns mit allen Arbeiter*innen und Asylsuchenden!"

Den Aufruf unterschrieben ADEFRA – Schwarze Frauen in Deutschland, Afrikanet.info, Afrika Vernetzungsplattform (AVP), Ghana Union, Ghana Union Youth, ISD Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, maiz – Autonomes Zentrum von & für Migrantinnen, migrazine.at, PAMOJA – Bewegung der jungen afrikanischen Diaspora, PANAFA – Pan African Forum in Austria sowie der Verein Peregrina. (red, dieStandard.at, 27.8.2013)

  • Klare Position der MigrantInnen-Vereine: "Wir sprechen für uns selbst".
    foto: mustafa naqvi

    Klare Position der MigrantInnen-Vereine: "Wir sprechen für uns selbst".

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