Politik beim Friseur

26. August 2013, 16:46
4 Postings

Neben Tipps über Toupet und Toupieren aus dem Jahre Schnee gab es einen Beitrag über die Friseurgespräche der Politiker von 1973

Im eigenen Saft garen muss nicht immer etwas Schlechtes sein. Denn während die laufenden Eigenproduktionen von "Stars" anhand diverser ORF-Castingformate die Nerven arg strapazieren, hat das Archiv höchst Unterhaltsames zu bieten. Die Sendung "Panorama" sucht nach Themen, die zeitgeistmäßig Interessantes bieten.

"Die richtige Frisur" war es diesen Sonntag, und neben Tipps über Toupet und Toupieren aus dem Jahre Schnee gab es einen Beitrag über die Friseurgespräche der Politiker von 1973. Gefesselt auf dem Friseurstuhl, geraten die Politiker von damals, Georg Hanreich (FPÖ), Alois Mock (ÖVP) und Leopold Gratz (SPÖ), in skurrile Dialoge. So könnte man, so der Coiffeur Hanreich, den Posten des Finanzministers ausschreiben. Eine Jury aus Steuerzahlern solle dann entscheiden, an wen der Posten geht. Für weitere Ideen, etwa ob man die Jury hinter einen Schleier des Nichtwissens über die eigene Steuerklasse verfrachtet, blieb leider keine Zeit.

Es ging weiter zum stillen Friseurbesuch von Mock, der nur preisgibt, bei der Frisur "auf Stabilität" zu setzen, während Gratz im Salon nach großen Veränderungen giert. Ob es schon Maschinen für die Rationalisierung des Haareschneidens gebe, fragt er. Sein Friseur weiß über einen Prototyp zu berichten: "A Maschin, in de ma die Kepf reinsteckt - nur kommen s' dann leider ohne de Kepf wieder aussi".

Zwar setzt aktuell der ORF bei den Spitzenpolitikerinterviews mit Hanno Settele, der die Kandidierenden in einem Mercedes, Baujahr 78, herumkutschieren wird, auch auf Nostalgie, die Friseurgespräche von 1973 werden aber nur schwer zu toppen sein. (Beate Hausbichler, DER STANDARD, 27.8.2013)

Share if you care.