Kunst für Umsteigende auf dem Karlsplatz

26. August 2013, 17:01
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Im Wiener Kunstschaufenster Red Carpet Showroom ist noch bis 31. August eine Arbeit von Karl Kilian zu sehen

Dass die Ausrede, man wollte nur Kunst anschauen, Schwarzfahrern hilft, ist zu bezweifeln. Legal kommt man nur mit Ticket in den Genuss des Kunstschaufensters Red Carpet Showroom (RCS), das in der Wiener U-Bahn-Station Karlsplatz eingerichtet wurde. Laut den Organisatoren soll die Minigalerie täglich 150.000 Menschen im Vorbeigehen erreichen.

Hinter dem RCS stehen die Künstler Karl Kilian und Manuel Gras sowie SPÖ-Bildungssekretär Marcus Schober. Ins Leben gerufen wurde der unterirdische White Cube für die Preisträger des Förderprojekts "Roter Teppich für junge Kunst". Aber auch abseits davon wird ausgestellt, wobei die Künstler in kurzen Intervallen wechseln. Videos sollen ebenso Platz finden wie Performances.

Noch bis 31. August ist mit "For Sale!" eine Arbeit von Kilian zu sehen: Zwei an den Minimalisten Robert Morris erinnernde Objekte in Blau und Rosa sind so in den Raum eingebaut, dass es wirkt, als seien sie Teile von etwas Größerem, das in das Fenster hineinragt. Ein flächiges Gemälde greift die Farben auf, als ob es einen Überblick über dieses Größere geben wolle. Obwohl "For Sale!" "niederschwellige" moderne Kunst sein soll, zeigten sich Passanten unbeeindruckt. Reibungslosigkeit ist im Falle der RCS-Kunst aber auch erwünscht: Sie liegt an einem Fluchtweg, größere Menschentrauben sollen sich dort gar nicht bilden. (rg, DER STANDARD, 27.8.2013)

  • Minimalismus mag man eben: "For Sale!" von Karl Kilian. 
    foto: red carpet showroom

    Minimalismus mag man eben: "For Sale!" von Karl Kilian. 

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