Rassismus gegen Asylwerber: "Die Neger sollen nach Hause fahren"

Im Ostberliner Stadtteil Hellersdorf hetzen Rechtsextreme seit Wochen gegen ein neues Heim für Asylwerber. Nach dem Einzug müssen diese nun rund um die Uhr von der Polizei bewacht werden. Doch es gibt auch Solidarität mit den neuen Nachbarn

Aus dem Plastiksackerl von Bianca Missmann lugt eine bunte Kinderhose, auch ein Brettspiel ist zu sehen. "Ich möchte diese Sachen gerne abgeben", sagt die Berlinerin zum Wachmann vor der ehemaligen Max-Reinhardt-Schule. Dann fügt sie mit fester Stimme hinzu: "Man muss ja auch einmal ein anderes Zeichen setzen."

Sie ist nicht die Einzige, die Dinge bringt, die in der ehemaligen Schule gebraucht werden. Dieter Grosse hat Kaffee dabei. "Ich bin beschämt über die Szenen, die sich hier abgespielt haben", sagt er und fragt den Wachmann, ob jetzt alles ruhig sei. Ja, erklärt der, im Moment alles okay.

Wochenlange Hetze

Dafür sorgen auch die vielen Polizisten, die rund um die ehemalige Schule in der Carola-Neher-Straße Position bezogen haben. Man will sich nicht ausdenken, was passieren könnte, wenn keine Polizei präsent wäre in dieser tristen Straße am Rande von Ostberlin, in der sich der Sperrmüll vor den Plattenbauten türmt.

Seit Wochen hetzen zwei rechtsextreme Parteien - die NPD und "Pro Deutschland" - gegen das neue Asylwerberheim in der früheren Schule. Am Montag, als die ersten Asylwerber aus Syrien und Afghanistan einzogen, verschärfte sich die Lage, am Dienstagabend eskalierte sie.

Zurück ins Erstaufnahmelager

Anwohner "begrüßten" die Neuankömmlinge mit Hitlergruß, und die NPD protestierte mit "Maria statt Scharia"-Plakaten. Auf der anderen Seite skandierten Demonstranten "Nazis raus" und hielten Schilder mit der Aufschrift "Flüchtlinge willkommen" hoch. Es kam zu Rangeleien, 25 Personen wurden festgenommen, vier Polizisten verletzt.

Einige der Asylwerber haben die Unterkunft aus Angst schon wieder verlassen und baten in ihr Erstaufnahmelager zurückgebracht zu werden. "Gut so", findet Günther, der am Mittag mit einer Bierflasche vor dem Haus steht. "Die Neger sollen nach Hause fahren. Es gibt genug Obdachlose aus Deutschland in Berlin, um die soll sich der Staat erst mal kümmern."

Glatzköpfe grölen

Dann fragt er, ob man wisse, was der bereits Erwähnte aus Braunau mit den Flüchtlingen gemacht hätte. Man möchte es nicht wissen. An der Ecke grölen junge Herren mit Glatze, dass Österreicher auch abhauen sollen. Unendlich weit weg ist die Berliner Multikulti-Lässigkeit in diesem Moment.

Um diese hat mittlerweile auch die Politik Angst. "Berlin ist eine weltoffene Stadt und deshalb müssen wir dafür sorgen, dass hier für Ausländerfeindlichkeit kein Platz ist", sagt Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Die Direktkandidaten von SPD, CDU, Grüne, FDP, Linke und Piraten für den Bundestag haben eine gemeinsame Erklärung verabschiedet. "Schwer traumatisierte Menschen aus Bürgerkriegsländern verdienen den Schutz, die Hilfe und den Beistand unserer Gesellschaft" heißt es in dieser.

Einige zum Nachdenken gebracht

"Das ist gut", meint Janne, "aber es reicht nicht." Der 31-Jährige engagiert sich in der Flüchtlingshilfe und ist mit einem Infostand vor Ort. Er kritisiert, dass die Politik die Bewohner von Hellersdorf völlig alleine gelassen und ihnen die Asylwerber quasi vor die Nase gesetzt habe: "Da hatten die Rechten natürlich leichtes Spiel."

Janne und sein Team versuchen nun Fakten zu vermitteln und aufzuklären. "Die nehmen uns den Job weg", ist eines der Argumente, die er oft hört. Dann erklärt er, dass Asylwerber gar nicht arbeiten dürfen. "Überzeugte Rechte erreichen wir natürlich nicht", sagt er, "aber einige andere haben wir zum Nachdenken gebracht." (Birgit Baumann aus Berlin, DER STANDARD, 23.8.2013)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 414
1 2 3 4 5 6 7 8 9

die immer gleichen langweiligen versatzstuecke. "auch mal ein anderes zeichen setzen". fakt ist die gesamte republik steht hinter den antirassisten und gegen die rassisten, alle sind sich einig von bild ueber spiegel, alles parteien (außer rechten splitterparteien). "auch mal ein anderes zeichen setzen" ist etwas anderes

Jaja, Glatzköpfe, Bierflaschen, Hitlergrüße...Wer gegen Islamisierung und offene Grenzen ist, der ist ein Nazi!

Die übliche, manipulative Meinungsmache, die mit der Realität (Vor allem die von den linken Parteien unterstützen no border-Extremisten haben wieder einmal Straftaten verübt, Polizisten angegriffen usw. usf.) sehr wenig zu tun hat.

glatzköpfe und -sympathisanten

wenn man sich die kommentarbewertungen anschaut merkt man, dass die mehrheit hier "glatzköpfe" bzw. deren sympathisanten sind.

Bitte stellen Sie Glatzköpfe und Neonazis bzw. Rechte nicht unter einen Hut!

Und warum nicht?

hirn einschalten!!

jeder hier weiss um welche "glatzköpfe" es in diesem artikel geht!

Ostdeutschland halt ...

Eine Schande!

geistloses posting ...

eine schande!

dein trollkind

Eine Schande, so zu verallgemeinern. Ich bin Ostdeutscher und habe rein gar nix gegen Ausländer. Ganz im Gegenteil begrüße ich einen Austausch von Kultur und somit ein besseres Verständnis unter den Menschen. Und nebenbei bringt das Abwechslung in den Alltag. =)

Ich will damit doch nicht sagen, dass die Mehrheit der Ostdeutschen rassistisch ist! Das wissen sie doch auch oder?

Aber gesellschaftsfähig ist aggressive Xenophobie in Deutschland vor allem in Ostdeutschland, namentlich in vernachlässigten ländlichen Regionen, auch in Teilen der Großstädte (außer Leipzig?).

In Bayern braucht die Xenophobie auch keine allzu dicke Fassade (ähnlich Österreich), das ist mir schon klar ...

"In Bayern braucht die Xenophobie auch keine allzu dicke Fassade (ähnlich Österreich), das ist mir schon klar ..."

Bla Bla Bla:

http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.au... 14e5a.html

Man beginnt zu verstehen...ausgerechnet die Hauptstadt der Bewegung mutiert plötzlich zum nationalen Vorzeigeobjekt.
Multikulti in der Brienner Straße?
Wie glaubwürdig.

am 29. nächsten Monats werden sich im Ausland wiederum viele denken: Österreich halt...

Stimmen aus der Bevölkerung aus der RBB Abendschau von gestern. http://mediathek.rbb-online.de/rbb-ferns... d=16731224

Der Rest des Beitrags bedient alle Klischees, sofern es die Befragten anbelangt, aber die Frau am Ende trifft den Kern der Sache. "Das Problem ist nicht das Heim, sondern das linke und Rechte hier jetzt ein Halli-Galli veranstalten, nur weil da jetzt ein Heim ist", "Linke und Rechte sollen sich beiseite hauen", "Es ist nur ein gegeneinander alles, ein Miteinander ist garnichts mehr."

Die Art der vernünftigen Stimmen, denen keine Beachtung geschenkt wird, die im Gebrüll untergehen, über deren Meinung drüber gefahren, und dank pauschalisierter "Alles Rechts Ideologie" [1]

in das selbe Eck gestellt werden, wenn es um Diskussionen im Internet geht. Die sind es aber gerade, die neben Asylwerbern, am Ende mit der Situation leben müssen. Nämlich dann, wenn Linke und Rechte sich den nächsten Ort für ihre Halli-Galli Veranstaltungen suchen, und dort den selben Tanz veranstalten.

Deshalb wäre mehr "Stimme aus dem Volk" gut, und ich denke, da das Thema doch sehr präsent ist, werden da noch einige mehr Stimmen folgen, die nicht von einer oder der anderen Ideologie getrieben sind. Alles andere bleibt ein rauschen im Internet, wo halt jeder seine Meinung hat, mitten drin und ganz weit weg.

nazis abschieben. die sind es doch die dem staat auf der tasche liegen (die meisten sind arbeitslos) und wenn sie arbeit haben,anderen die arbeit wegnehmen...

und wohin wollen sie diese abschieben ?

wie wärs mit Syrien,oder Aghanistan? dann können sie mal sehen woher die "wirtschaftsflüchtlinge" so kommen...

wieso sollten syrien oder aghanistan ( ;) ) diese leute aufnehmen?

jobs wegnehmen......

als würden diese glatzköpfige g'sindln einer arbeit nachgehen.....
den ganzen tag saufen, rülpsen, furzen, gewalttätig sein und nix anderes im sinn.

Seit wann sind Glatzköpfige das selbe wie Neonazis bzw. Rechte? Ist es nicht genauso verhetzend, alle Glatzköpfigen als Nazis vorzuverurteilen?

genau!

ich bekomme schon eine leichte glatze - bin ich jetzt automatisch ein halbnazi?

lg
dein trollkind

Wieso

kommt das Flüchtlingsheim ins Ostberliner Plattenbauviertel, und nicht in den Westberliner Villenbezirk?
Weil man der Berliner Oberschicht das nicht zumuten will - die könnten ja sonst soziale probleme mitkriegen?

"Wieso kommt das Flüchtlingsheim ins Ostberliner Plattenbauviertel, und nicht in den Westberliner Villenbezirk?"

.
in villenbezirken gibt es eh auch flüchtlingsheime.
so z.b. im Charlottenburger villenviertel Westend.

nur geht man dort - nach anfänglichen widerständen - halt anders mit den flüchtlingen um:

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/mu... 35774.html

Posting 1 bis 25 von 414
1 2 3 4 5 6 7 8 9

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.