Pfiat di, Österreich

22. August 2013, 18:04
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Servus kommt aus dem Lateinischen, heißt Sklave und kann als Gruß wohl mit "zu Diensten" übersetzt werden

Und täglich grüßt der Wetterfrosch. Auch auf Servus TV. Das Besondere an den meteorologischen Sendungen auf dem Kanal von Red-Bull-Formel-1-Milliardär Dietrich Mateschitz ist, dass sich Österreich regelmäßig in Luft auflöst. Die Sonne scheint (oder auch nicht) dort im sogenannten Servus-Raum. Moderator Andreas Jäger bringt diese geografische Neueinteilung mühelos 15 Mal in einer dreiminütigen Prognose unter.

Auf der Suche nach näheren Informationen zum Servus-Raum stößt man auf der Homepage des privaten TV-Senders auf folgende Erklärung: "Servus - ein Gruß unter Freunden. Wo er verstanden wird, sind wir zu Hause." Und noch genauer: In Österreich, Bayern und Baden-Württemberg, in der deutschsprachigen Schweiz und in Südtirol. Na, Servas. Und was ist mit dem Rest von Deutschland, oder Liechtenstein? Auch in Slowenien, in Kroatien, in der Slowakei und in Ungarn ist Servus üblich. Nur geschrieben wird es halt anders. Schon klar, dort gibts überall kein Servus TV.

Egal, Österreich wurde auf der grüßenden Wetterkarte jedenfalls verabschiedet. Was schon ein mulmiges Gefühl auslösen kann, immerhin ist Österreich schon einmal von der Bildfläche verschwunden und zum markigen Anhängsel eines Größenwahnsinnsreichs verkommen. Andererseits kann man Jäger und Co auch zugute halten, dass sie gerade nationalistische Grenzen auflösen.

Servus kommt aus dem Lateinischen, heißt Sklave und kann als Gruß wohl mit "zu Diensten" übersetzt werden. Oder auf gut Wienerisch mit "G' schamster Diener". Das wär doch ein Name für einen Sender. Aber da setzt Mateschitz nie seinen Servus drunter. (Michael Simoner, DER STANDARD, 23.8.2013)

  • Andreas Jäger erklärt auf Servus TV das Wetter.
    foto: servus tv

    Andreas Jäger erklärt auf Servus TV das Wetter.

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