Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland schlucken Aufputschmittel

22. August 2013, 16:28
4 Postings

Jeder zwanzigste gibt zu, zur Leistungssteigerung Psychopharmaka einzunehmen - für die meisten Fehlzeiten sorgen aber nach wie vor Alkohol und Nikotin

Deutsche fehlen wegen Suchtmittelkonsums immer häufiger im Job. Die Betroffenen sind im Schnitt dreimal so lange krankgeschrieben wie Arbeitnehmer, die aus anderen Gründen arbeitsunfähig sind. Das geht aus dem "Fehlzeiten-Report 2013" hervor, den die deutsche Krankenkasse AOK veröffentlichte. Besonders leistungssteigernde Aufputschmittel werden ein zunehmendes Problem. 

Mehr Psychopharmaka

Nach der Studie haben immerhin schon fünf Prozent der bei der AOK versicherten Arbeitnehmer in den vergangenen zwölf Monaten Medikamente - etwa Psychopharmaka oder Amphetamine - zur Leistungssteigerung bei der Arbeit eingenommen. Bei den unter 30-Jährigen waren es mehr als acht Prozent. Es gibt aber vermutlich eine hohe Dunkelziffer. Die Fehltage aus diesem Missbrauch sind - mit zuletzt 30.000 - zwar noch überschaubar, sie haben sich aber seit 2002 fast vervierfacht.

Wenn Arbeitnehmer süchtig werden, ruiniert das nach AOK-Angaben nicht nur deren Gesundheit. Es hat auch massive Folgen für die Wirtschaft. Allein die Kosten von Alkohol- und Tabaksucht belasteten die deutsche Wirtschaft jährlich mit etwa 60,25 Milliarden Euro. 

Deutlich mehr Fehltage

Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage nach Suchtmittel-Konsum stieg in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland um rund 17 Prozent: Von 2,07 Millionen Fehltagen 2002 auf 2,42 Millionen Fehltage im Jahr 2012. Alkoholkonsum und Rauchen sind dabei die Hauptursachen. Laut Report haben 5,3 Prozent der befragten Beschäftigten eingestanden, in der vergangenen Woche täglich Alkohol getrunken zu haben. Regelmäßig zur Zigarette greifen 32,8 Prozent. (APA, derStandard.at, 22.8.2013)

  • Fünf Prozent der befragten Deutschen gaben zu, leistungssteigernde Medikamente einzunehmen - die Dunkelziffer dürfte wesentlich höher sein.
    foto: dpa-zentralbild/matthias hiekel

    Fünf Prozent der befragten Deutschen gaben zu, leistungssteigernde Medikamente einzunehmen - die Dunkelziffer dürfte wesentlich höher sein.

Share if you care.