Diabetes in Familie erhöht Risiko für Prädiabetes

22. August 2013, 12:17
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Leidet ein Familienmitglied unter Typ-2-Diabetes, erhöht sich das Risiko für die Vorstufe der Krankheit um 26 Prozent

Wenn nahe Verwandte an Typ-2-Diabetes leiden, erhöht sich das Risiko für Prädiabetes um 26 Prozent, wie in einer deutschen Untersuchung mit mehr als 8.000 Teilnehmern festgestellt wurde. Besonders deutlichen Zusammenhang konnten die Forscher, deren Studie im Fachjournal "Diabetologia" veröffentlicht wurde, bei schlanken Personen messen.

Vorstufe von Diabetes

Prädiabetes ist als Vorstufe des Diabetes ein Zustand, bei dem es im Blutzuckerstoffwechsel zu Abweichungen kommt, aber noch keine voll entwickelte Erkrankung vorliegt. Bei bis zu 20 Prozent der Betroffenen entwickelt sich aber innerhalb eines Jahres der Prädiabetes zu einem manifesten Diabetes. Während bekannt ist, dass ein Vorkommen von Typ-2-Diabetes in der Familie das Risiko für einen voll ausgebildeten Diabetes erhöht, hat die Forschung bisher noch nicht geklärt, ob eine solche Familiengeschichte auch das Risiko für Prädiabetes erhöht.

Die Studie untersuchte den Einfluss von Diabetes bei Verwandten ersten Grades auf die Entstehung eines Prädiabetes bei weiteren Familienmitgliedern. Es zeigte sich, dass ein Vorkommen von Diabetes in der Familie das allgemeine Risiko für Prädiabetes um 40 Prozent erhöhte. Wurden die Faktoren Alter, Geschlecht und BMI der Studienteilnehmer berücksichtigt, war das Risiko immerhin noch um 26 Prozent gesteigert.

Kein Zusammenhang bei adipösen Personen

Dabei stellten die Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen Vererbung und Prädiabetes nur in nicht adipösen Personen (BMI unter 30) fest. "Unsere Daten deuten darauf hin, dass ein Vorkommen von Diabetes in der Familie eher bei schlanken oder nur leicht übergewichtigen Personen mit dem Auftreten von Prädiabetes verbunden ist", sagt Untersuchungsleiter Andreas Frische. Eine Erklärung könnte sein, dass die Wirkung der Familiengeschichte auf die Entstehung von Prädiabetes nur dann gut messbar ist, wenn sie nicht durch erhebliche andere Risikofaktoren wie Übergewicht überlagert wird. (red, derStandard.at, 22.8.2013)

Originalpublikation:
Wagner R., Thorand B., Osterhoff M.A., Müller G., Böhm A., Meisinger C., Kowall B., Rathmann W., Kronenberg F., Staiger H., Stefan N., Roden M., Schwarz P.E., Pfeiffer A.F., Häring HU., Fritsche A. Diabetologia. DOI 10.1007/s00125-013-3002-1

Download der Ergebnisse

  • Ein Vorkommen von Diabates-Typ-2 in der Familie erhöht das Risiko für andere Familienmitglieder.
    foto: science photo library / picturedesk.com

    Ein Vorkommen von Diabates-Typ-2 in der Familie erhöht das Risiko für andere Familienmitglieder.

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