Mysteriöses Delfinsterben an US-Ostküste geht weiter

21. August 2013, 22:06
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Bereits hunderte tote Tiere angeschwemmt - Wissenschafter halten Morbillivirus-Infektion als Ursache für möglich

New York - Seit mehreren Monaten rätseln Experten über ein Delfinmassensterben an der US-amerikanischen Ostküste. Mittlerweile sind bereits hunderte verendete Delfine zu beklagen. "Derzeit stranden mehr als sieben Mal so viele Delfine an der Küste der Mittelatlantik-Staaten wie normal", teilte die für den Schutz der Ozeane zuständige Nationale Behörde für Ozeanologie und Atmosphärenforschung (NOAA) mit.

Allein an der Küste Virginias wurden nach Angaben der NOAA im Juli fast 50 Kadaver angeschwemmt - normal wären durchschnittlich sieben. Im August registrierte die Behörde bis Dienstag sogar 80 tote Tiere. Andere Küstenstaaten berichten ebenfalls von überdurchschnittlich vielen toten Delfinen. Insgesamt dürften heuer bereits über 300 verendete Meeressäuger angeschwemmt worden sein. Betroffen sind hauptsächlich Exemplare der Spezies Großer Tümmler (Tursiops truncatus).

Forscher vermuten, dass ein Virus für den Tod der Meeressäuger verantwortlich sein könnte. Als weitere Ursachen für ein derartiges Massensterben kämen laut NOAA auch stürmisches Wetter, Schiffsunfälle oder Wasserverschmutzung in Frage.

Morbilliviruslöste 1987 Massensterben aus

Bei einigen Tieren haben die Wissenschafter Lungenläsionen festgestellt. Dies würde auf eine mögliche Morbillivirus-Infektion hindeuten. Noch sei es aber zu früh, um zu sagen, ob dieser für das zentrale Nervensystem gefährliche Erreger das Massensterben tatsächlich verursacht habe. Es wäre jedenfalls nicht der erste derartige Fall: Das letzte Mal, als ein Morbillivirus ein massenhaftes Delfinsterben auslöste, waren zwischen 1987 und 1988 etwa 740 Große Tümmler an die US-Atlantikküste geschwemmt worden. (APA/red, derStandard.at, 21.08.2013)

  • Betroffen von dem rätselhaften Massensterben sind fast ausschließlich Große Tümmler (Tursiops truncatus). NOAA-Mitarbeiter gehen bereits von über 300 toten Tieren aus.
    foto: noaa

    Betroffen von dem rätselhaften Massensterben sind fast ausschließlich Große Tümmler (Tursiops truncatus). NOAA-Mitarbeiter gehen bereits von über 300 toten Tieren aus.

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