Neubaugasse: Die Angst vor dem 13A

21. August 2013, 17:56
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Bus soll nicht mehr durch Fuzo Mariahilfer Straße fahren - Unternehmer in Wien-Neubau wehren sich

Wien - Vor nicht einmal einer Woche wurde die Fußgängerzone auf der Wiener Mariahilfer Straße eröffnet, nun wird bereits über die Umgestaltung verhandelt. Am Dienstag hat die grüne Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou bekanntgegeben, dass der 13A nicht mehr durch die Mahü fahren wird - Busfahrer hatten heftig gegen die rote Busspur mitten durch die Fußgängerzone protestiert. Jetzt zeichnet sich ab, dass die Neubaugasse zum Zug kommen und der 13A in Zukunft dort in beiden Richtungen verkehren wird. Bis es soweit ist, wird es jedoch noch einige Monate dauern. Zuerst müssen Genehmigungen eingeholt und muss die Neubaugasse auch baulich adaptiert werden.

"Schwachsinnig"

Geschäftstreibende sind alles andere als glücklich über die Entwicklung. Ihre Befürchtungen: weniger Platz für Schanigärten und Fußgänger, mehr Lärm und Umsatzeinbußen. "Den Bus in beiden Richtungen durch die Neubaugasse zu schicken wäre schwachsinnig und ganz schlimm für uns Geschäftsleute", sagt Laura Ebenberg. Sie verkauft in ihrer kleinen Boutique Fair-Trade-Kleidung. "Bevor hier irgendwas für motorisierte Fahrzeuge getan wird, würde ich mir einen Fahrradparkplatz vor dem Geschäft wünschen."

Im Stehcafé und Teekontor befürchtet man, dass die Kunden ausbleiben. "Das ist doch Humbug. Dann werden wir in Konkurs gehen", sagt Kellnerin Klaudia Miehl. "Ohne Schanigarten werden die Stammkunden nicht mehr herkommen." Auch bei Starbucks ist man skeptisch. "Ohne Garten haben wir weniger Sitzplätze, und es kommen auch weniger Leute vorbei", sagt Schichtleiterin Jessica Thomson. Sie versteht jedoch, dass bei der Fußgängerzone nachgebessert werden muss. "Momentan ist es zu chaotisch."

Bezirksvorsteher will verhandeln

Thomas Blimlinger, grüner Bezirksvorsteher in Wien-Neubau, versucht im Gespräch mit dem STANDARD zu beruhigen: "Das kann ich mir nicht vorstellen, dass Schanigärten keinen Platz mehr haben werden, sollte der Bus zweispurig geführt werden." Gleichzeitig betont er, dass es alles andere als fix sei, dass der 13A durch die Neubaugasse fahren wird. "Es werden derzeit Gespräche über die neue Linienführung geführt, und es stehen mehrere Varianten zur Diskussion." (Rosa Winkler-Hermaden, DER STANDARD, 22.8.2013)

  • Die Neubaugasse wurde über die Jahre verkehrsberuhigt. Fährt der 13A zweispurig, könnte es wieder mehr Wirbel geben.
    foto: standard/hendrich

    Die Neubaugasse wurde über die Jahre verkehrsberuhigt. Fährt der 13A zweispurig, könnte es wieder mehr Wirbel geben.

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