Expertin: Mit Üben des Schulwegs schon jetzt beginnen

21. August 2013, 16:08
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Verkehrspsychologin Seidenberger rät, die Wege mehrmals vor Schulbeginn abzugehen

Wien - In knapp zwei Wochen beginnt im Osten Österreichs wieder die Schule, der Westen folgt eine Woche später. Rund 82.000 Erstklässler starten in ihr erstes Schuljahr. Im Vorjahr wurden bei 530 Unfällen 559 Schulkinder verletzt. ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger rät daher, "jetzt mit dem Üben des Schulwegs zu beginnen". Denn "zum Schulstart hin wird es hektisch."

Weg in Etappen gliedern

"Nicht jeder hat die Schule gleich um die Ecke, meist wird ein komplett anderer Weg nötig sein als der bisher bekannte in den Kindergarten", sagte Seidenberger. Das führt zu "neuen Herausforderungen für die jungen Verkehrsteilnehmer". Die Aufforderung "du musst aufpassen" alleine sei zu wenig. Der neue Weg soll gemeinsam abgegangen werden, idealerweise "häppchenweise", riet Seidenberger. Nicht nur das Endziel soll im Auge behalten, der Weg besser in Etappen gegliedert werden. Und anfangs sollten nicht zu viele Infos auf einmal gegeben werden. "Die Kinder sollten beobachtet und mit kurzen und klaren Vorsichtshinweisen bedacht werden", sagte die Expertin. Gefährlich am Schulweg sind Ablenkungen wie Handy oder Musikhören.

Gefahren auf Augenhöhe der Kinder

Insbesondere die Augenhöhe der Kinder soll berücksichtigt werden, damit diese Sichthindernisse wie Aus- und Einfahrten, Baustellen und geparkte Lkws erkennen. "Man soll sich Zeit nehmen zum Abgehen, Wiederholungen durchführen", sagte Seidenberger. "Anfangs hat ein Erwachsener die Führung, diese soll nach und nach zum Kind übergehen." Wichtig ist "viel Lob für gut gemachtes nicht vergessen".

Auch ältere Kinder, die nach der Volksschule in eine neue Schule wechseln, sollten sich die Strecke und vor allem die dafür nötige Zeit vor Schulbeginn ansehen, rät Seidenberger. Geübt werden soll im Bedarfsfall auch die Öffibenutzung: Wo stelle ich mich hin, wenn die Haltestelle nahe am Straßenrand ist? Wie warte ich beim Einsteigen? (APA, 21.8.2013)

  • "Anfangs hat ein Erwachsener die Führung, diese soll nach und nach zum Kind übergehen", so Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.
    foto: dpa/patrick seeger

    "Anfangs hat ein Erwachsener die Führung, diese soll nach und nach zum Kind übergehen", so Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.

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