Lebensgefährlicher Insektenstich

21. August 2013, 15:20
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Bienen- oder Wespenstiche können für Allergiker lebensbedrohlich sein - Im Notfall muss rasch und richtig reagiert werden

Wien - Bei Menschen, die allergisch auf Bienengift reagieren, kann der Stich einer Honigbiene oder Wespe lebensbedrohlich sein. Typische Beschwerden sind Hautausschlag und Hautrötung, Juckreiz, Schwellungen der Schleimhäute, Übelkeit oder Erbrechen sowie Atem- und Schluckbeschwerden. Im schlimmsten Fall reagiert der Körper mit einem allergischen Schock, der zu Bewusstlosigkeit und Atem- und Kreislaufstillstand führen und bei ausbleibender Behandlung sogar tödlich enden kann.

Bei diesem sogenannten anaphylaktischen Schock kommt es zu Blutdruckabfall, Kollaps, Bewusstlosigkeit, Stuhl- und Harnverlust. Schwillt die Schleimhaut des Kehlkopfes an, so besteht akute Erstickungsgefahr.

"Ersthelfer sollten darauf achten, dass bei Atemstörungen oder Brustschmerzen der Patient aufrecht sitzt und beengende Kleidungsstücke geöffnet sind. Bei einem Bienenstich ist der Stachel - etwa durch seitliches Wegkratzen - rasch zu entfernen, da er sonst noch weiter vorhandenes Gift in die Wunde pumpen kann", erklärt Jürgen Grassl vom Österreichischen Arbeiter-Samariter-Bund.

Zeichnen sich Symptome eines anaphylaktischen Schocks ab, rät der Experte den Betroffenen flach auf den Boden zu legen - bei Bewusstlosigkeit sollte er in die stabile Seitenlage gebracht werden.

Im Zweifelsfall Notarzt oder Rettung rufen

"Schnelle Linderung der Schmerzen und eine Reduzierung der Schwellung an der Einstichstelle kann durch lokale Kühlung erreicht werden. Dazu legt man etwas Kühles, wie etwa ein Kühlkissen, einen mit Eiswürfeln gefüllten Waschhandschuh oder ein nasses Tuch auf die Einstichstelle", so Grassl.

Verschlimmert sich der Zustand, kann eine Injektion mit einem sogenannten EpiPen durch den Rettungsdienst helfen. - Das darin enthaltene Adrenalin wirkt sofort und direkt auf das Herzkreislaufsystem sowie auf die Atmungsorgane. Dadurch werden die Symptome eines anaphylaktischen Schocks reduziert: die Schwellungen lassen nach, die Atmung wird erleichtert und das Herz stimuliert. 

"Das große Problem besteht darin, zu erkennen, dass ein Notfall gegeben ist", gibt der Wiener Intensivmediziner Rainer Schmid zu bedenken. "Wenn jemand nach einem Insektenstich über Atem- beziehungsweise über Schluckbeschwerden oder dergleichen klagt, sollte sofort der Notarzt oder die Rettung verständigt werden. Treten Kreislaufstörungen auf, ist der Patient in Lebensgefahr, auch wenn sonst keine dramatischen Symptome vorliegen", ergänzt Grassl. (red, derStandard.at, 21.8.2013)

  • "Wenn jemand nach einem Insektenstich über Atem- beziehungsweise über Schluckbeschwerden oder dergleichen klagt, sollte sofort der Notarzt oder die Rettung verständigt werden", sagt Jürgen Grassl vom Österreichischen Arbeiter-Samariter-Bund.
    foto: apa/dpa/daniel karmann

    "Wenn jemand nach einem Insektenstich über Atem- beziehungsweise über Schluckbeschwerden oder dergleichen klagt, sollte sofort der Notarzt oder die Rettung verständigt werden", sagt Jürgen Grassl vom Österreichischen Arbeiter-Samariter-Bund.

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