Kochen mit Gigantes

20. August 2013, 17:37
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Kevin findet Anna sogar sehr nett. Und es kam, wie es kommen musste: Der Wrap "schmeckte urlecker"

Das Jahrzehnt, in dem Tomaten- und Paprikagruppen im Fernsehen gegeneinander antraten, ist zwar vorbei. Doch ist die Geschichte der Kochsendung in all ihren Ausformungen noch lange nicht fertiggeschrieben. Jetzt kommen noch die Kiddys dran. Und das ist gar nicht schlecht. Denn einerseits sieht sich das Jungvolk damit frühmorgens sinnvoller Ferienbeschäftigung ausgesetzt. Andererseits lässt sich Schmatzo auf ORF 1 sicher als Bildungsfernsehen kategorisieren (nicht wahr?). Am Samstagfrüh wurden da sämtliche in Europa für die Käferbohne gebräuchliche Namen gelehrt (in Griechenland heißt sie "Gigantes"!).

Und? Und wer kochen lernt, lernt fürs Leben. Das geht im Rahmen des ORF-"Okidoki"-Furors zwar nicht ohne peitschende Hektomatik-Musik, aber es bringt was. Schließlich sollte kein Kind seine kulinarische Horizonterweiterung schleifen lassen. Es gibt da draußen mehr als Tomatensauce und Pizza.

Zur Auswahl bei Koch Alexander Kumptner standen Scharfer Linseneintopf, Falscher Hase und Mexikanischer Wrap. Zwei Kinder kochen mit Alex, die übrigen basteln die Tischdeko (Ungerechtigkeit gibt es überall). Kochen tut sowieso weh: Tränen beim Zwiebelschneiden, Handverbrennen am Pfannengriff (Devise: Wer zuerst weint, hat verloren).

Aber klarerweise halten alle zusammen (das andere könnte man ja nicht senden): Schließlich wird hier neben Lebensmittelkunde (Knoblauchstrunk entfernen, damit es weniger streng riecht) auch soziale Kompetenz vermittelt. Kevin findet Anna sogar sehr nett. Und es kam, wie es kommen musste: Der Wrap "schmeckte urlecker"! Auch die vegetarische Variante. (Margarete Affenzeller, DER STANDARD, 21.8.2013)

  • "Schmatzo" im ORF.
    foto: orf/rené rothkopf

    "Schmatzo" im ORF.

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