Selbstständig und prekär: Migrantische Unternehmer in Wien verdienen weniger

19. August 2013, 16:48
  • Studie: Ethnische Ökonomien in Wien

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72 Prozent müssen mit Jahreseinkommen von maximal 10.000 Euro auskommen

Ein Drittel aller Unternehmer in Wien hat einen Migrationshintergrund, 2011 waren das 26.200 Personen. In den letzten 30 Jahren hat sich die Zahl mehr als verdreifacht. Das geht aus der Studie "Ethnische Ökonomien in Wien" hervor, die am Montag präsentiert wurde.

Die Studie wurde im Auftrag der Wiener Wirtschaftsagentur vom Institut Synthesis erstellt. Berücksichtigt wurden nur jene Personen mit Migrationshintergrund, die "dominant selbstständig" sind und von ihrem Unternehmen leben können.

Die Unternehmer stammen aus über 130 verschiedenen Nationen, wobei Unternehmer aus der Slowakei, Polen und "Ex-Jugoslawien" vorne liegen. Auch Deutsche befinden sich unter den Top 10. Die migrantischen Unternehmer haben sich zum Großteil in den Bezirken außerhalb des Gürtels angesiedelt. In Favoriten, Ottakring und Rudolfsheim–Fünfhaus findet sich fast ein Viertel aller Betriebsstandorte.

Sie sind jung, zum Großteil zwischen 24 und 44 Jahre alt, und meist gut gebildet. 46,6 Prozent verfügen über Matura oder einen höheren Abschluss.

Die Studie zeigt jedoch auch: 72 Prozent müssen mit einem Einkommen von höchstens 10.000 Euro pro Jahr auskommen.

Nach Branchen liegen Gastronomie und Handel vorne. Immer mehr migrantische Unternehmer fassen aber auch in der Baubranche Fuß. Der Großteil ist in Einzelpersonenunternehmen tätig (81,5 Prozent).

Branchen nach Herkunftsländern Rang 1 Rang 2 Rang 3
Slowakei Beherbergung und Gastronomie Gesundheits- und Sozialwesen Private Haushalte mit Hauspersonal
Polen Bau Handel Beherbergung und Gastronomie
"Ex-Jugoslawien" Bau Handel Verkehr und Lagerei
Rumänien Bau Beherbergung und Gastronomie Handel
Türkei Handel Bau Beherbergung und Gastronomie
Deutschland Freiberufliche DL Handel Information und Kommunikation
Bulgarien Beherbergung und Gastronomie Handel Verkehr und Lagerei
Ungarn Handel Beherbergung und Gastronomie Bau
Sonstige EU-Länder Handel Freiberufliche Dienstleister Beherbergung und Gastronomie

Die Stadt Wien hat anlässlich der Studie angekündigt, Migranten besser fördern zu wollen. Vizebürgermeisterin Renate Brauner (SP) sieht Handlungsbedarf - in erster Linie bei den Sprachkenntnissen. (red, derStandard.at, 19.8.2013)

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Selbstständig und prekär: Migrantische Unternehmer in Wien verdienen weniger"

da gehört sofort eine Quote her!

10.000 Euro jährlich

... hahahahaha, gut gemacht, genau der jährliche Steuerfreibetrag. Für die Jahresabrechnung gilt wohl die Unschuldsvermutung. ;)

elf

tausend (steuergrenze), aber egal.
trotzdem: kommt pro monat nur soviel wie mindestsicherung heraus. nicht besonders anregend ..

Habe bei ausländischen unternehmern in wien

Tätigkeisbereich gastronomie/lebensmittelhandel noch nie eine rechnung bekommen!

Selbst meine wohnung hätte ich ohne rechnung renovieren lassen können.

Würden die diversen ämter ihre arbeit machen, würde dieser artikel eher heißen:

Unfähige finanz fördert steuer und abgabenhinterziehung.

Aber dafür weis ich wenigstens, dass der türkische lebensmittelhändler meines vertrauens wenig verdient, sich jedoch ein "cooleres" auto leisten kann....

hätte ich ohne rechnung renovieren

wieso Konjunktiv ?

Na ja, ...

... er/sie ist halt ein ehrlicher Steuerzahler. Das gehört sich ja so, das sagen die Politiker ja auch. :-)

mM

10.000 euro?

mehr hat der grasser auch net verdient. sagt er.

Damit ich das mal verstehe:

4 von 5 sind selbständig
jeder 2. hat Matura oder höherwertige Ausbildung
3/4 leben angeblich von 14x monatlich gut € 700,-- (hoffentlich netto)

Ist es auffällig, dass die (angeblich) migrationsunwilligen Türken mit Abstand die meisten Selbständigen sind?

und wer bitte kommt auf die Idee für so eine Studie Geld auszugeben?

Was bitte will die Brauner jetzt fördern? Noch mehr KMUs? Dass das Maturaniveau zu niedrig ist weil damit nichts verdient werden kann? Wer bitte glaubt denn an € 700,--???

Da stellt sich schon die Frage ob weitere unkontrollierte und diletantisch geläste Massenzuwanderung noch Sinn macht. Auf Dauer kann das nicht gut gehen und für soziale Spannungen sorgen.

witzig, würde hier ausländische Arbeitnehmer stehen, würde kaum einer der Posting-Community die 10.000,- bezweifeln.

Gibt sogar noch viel absurdere Annahmen (gestern hat jemand zur Spar-Razzia gepostet, eine Supermarktkassiererin würde 400,- im Monat verdienen...)

Kaum steht aber Unternehmer, ist jedem klar, dass das ja kaum sein kann, und hier nicht davon ausgegangen werden kann, dass jemand mit 10.000,- brutto im Jahr leben wird.

Warum eigentlich diese so unterschiedliche Wahrnehmung?

rechnen wir mal die one-woman-shows der 24std.pflege raus
und die pseudo EPU`s
-
dann nehmen wir die umsätze und gleichen sie mit dem personalstand ab (viele der unternehmen haben wesentlich mehr mitarbeiterInnen angestellt als ein nach klassisch betriebswirtschaftl. kriterien geführter betrieb)

-und dann lese man das steuerrecht- wenig gewinn= wenig einkommensteuer

- vielleicht wagen wir auch noch eine engmaschige kontrolle betreff all der aufträge die mal so ohne rechnung .....

studie gut + (ge)schönt
reaktion der politik: wir diskutieren wir über förderungen
die nach dem geburtsort der eltern
und nicht nach bedarf ausgeschüttet werden

narredei
bessere gesetze und zulassungskriterien zum schutz der neuen selbstständigen
sind nötig

wenn man schon diese daten hat und einen artikel darüber schreibt

wie wäre es dann, daß man im artikel mit den zugrundeliegenden zahlenmaterial die gründe für die überschrift " Migrantische Unternehmer in Wien verdienen weniger" herausarbeitet.

im gesamten artikel gibt es keinerlei anhaltspunkte die die aussage untermauern noch zeigen, woran dieses "weniger verdienen" liegen könnte.

es werden nichtmal so grundliegende dinge erklärt wie zb. ob in grafik 2(bildung) alle unternehmen gemeint sind oder nur die mit migrationshintergrund.

hier würde ich zb. beides erwarten - wenn man aus der gesamtheit eine teilmenge genauer betrachtet, dann muß man die statstik für die teilmenge in relation zur gesamtmenge oder restmenge setzen.

sehr schwach.

ich vermute ja, daß mehr ausländische unternehmen in grafik 2 zu

1.) Das setzt tatsächliche journalistische Arbeit voraus

2.) Sauber dargestellt und begründet würde es wahrscheinlich die tendentiöse Linie des benachteiligten Migranten nicht mehr ganz so gut unterstützen und

3.) ist es nicht notwendig, da die Interpretation irgendeiner immer öfter unklaren Darstellung gerne dem Forum überlassen wird, was ja auch wunderbar klappt und klickt!!!

Kann es sein dass diese Selbständigen einfach weniger Rechnungen ausstellen und mehr inoffiziell arbeiten?

Ein typisches Nicht-Problem also.

Genau! Und österreichische Zahnärzte sanieren einem die Zähne nur mit Rechnung. Sicher, sicher...

was veranlasst Sie eigentlich dazu, auf Postings irgendwas zu antworten, was überhaupt nix mit der Aussage im Posting zu tun hat?

Ist das eine spezifische Kunstform, die ich nicht kenne?

Sie erkennen nicht, dass es in beiden Fällen um Pfusch geht? Um unversteuerte Leistungen? Sie sollten langsamer und gründlicher, vor allem sinnerfassend lesen lernen.

es geht hier aber nicht um österreichische Unternehmer

wer bleibt mit seinen Zähnen in Österreich ? sind doch eh alle in Ungarn bei ZA

Ich kann mir zwei Gründe dafür vorstellen: Sie sind weniger gebildet. Sie arbeiten für weniger Geld. Das ist ja eines der Hauptargumente für Zuzug: es gibt zuwenig billige Arbeitskräfte.

Der Brauner ihr Handlungsbedarf ist sowas von realitätsfern...

wenn ich als türkischstämmiger mit einer österreichischen Frau in ein türkisches Möbelgeschäft reingehe und niemand von denen kann deutsch...kein Wunder. Mann muss auch seine Zielgruppe breiter aufstellen können. Und das geht nur, wenn man die LAndessprache lernt.

Im genannten Falle dürfte das Problem nicht primär die Sprache sein...

...sondern die Möbel.

Ach, das ist mir auch schon einmal passiert. Allerdings alleine als österreichische Frau. Da können die Sachen in der Auslage noch so schön sein...

... dafür gibt es allerdings Restaurants mit türkischer Küche, wo alle höflich sind und das Essen gut ist. Das ist wiederum ein Positivbeispiel. :)

Das sieht danach aus, als ob viele der Selbständigen Scheinselbständige wären

Als Ich -AG "dürfen" sie am Bau mitarbeiten, Pakete austragen, Gäste bedienen, ....

Als richtige Angestellte müsste man ja etwas zahlen dafür (wie zB Arbeitslosen-, Kranken- und Pensionsversicherung).

Als reicher Unternehmer muss er sich selbst versichern ....

Und als zusätzlicher Vorteil: Ich zahl ihn nur dann, wenn ich ihn brauch.

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