Neos wollen Kammer-Zwangsmitgliedschaft abschaffen

19. August 2013, 14:13
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Alm und Schellhorn fordern bessere Bedingungen für Start-Ups

Geht es nach den Neos, würden sie gerne jetzt schon über Koalitionsbedingungen reden. Doch "zuerst müssen wir erst einmal reinkommen", sagt der Salzburger Listenerste Sepp Schellhorn am Montag vor Journalisten. Die ersehnte Koalitionsbedingung wäre die Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft bei der Wirtschaftskammer. Schellhorn sieht Österreich als das "Land der Kammern".  Das Ende der Kammer-Zwangsmitgliedschaft ist eine von vielen Maßnahmen, die die Neos vorschlagen, um mehr Start-Ups in Österreich zu ermöglichen. Österreich sei "unternehmerunfreundlich", Gründer könnten nicht losstarten, sondern müssten zuerst zahlen, kritisiert Alm.

"Die Arbeitswelt ändert sich", sagt Niko Alm, der in Wien auf Platz zwei kandidiert. Das Wichtigste sei, Unternehmen arbeiten zu lassen und auch private Investoren für Klein- und Mittelbetriebe (KMU) zuzulassen. Daher sollen Verluste privater Investoren vollständig steuerlich absetzbar sein.

KMUs seien zwar keine Konzerne, trotzdem würden sie Arbeitsplätze schaffen und deswegen müsse es ihnen leichter gemacht werden. Durch mehr Start-Ups entstehe ein "Wettbewerbsvorteil durch Innovation".

Gegen freie Dienstnehmer

Einer der Vorschläge ist, den ersten Mitarbeiter eines KMU ohne Lohnnebenkosten anstellen zu können. Außerdem sollen Mitarbeiterbeteiligungen erleichtert werden. Abschaffen wollen die Neos die freien Dienstnehmer, dieses Konstrukt würde ordentliche Selbstständigkeit verhindern.

Schellhorn sieht in KMUs und Einparteienunternehmen eine "verwaiste Gruppe, die niemand vertritt". Auch er fordert eine Entrümpelung der Gewerbeordnung und mehr Transparenz bei Lohnnebenkosten.

Liberale Öffnungszeiten

Liberaler möchten die Neos auch das Ladenöffnungsgesetz gestalten. "Es gibt keinen vernünftigen Grund, warum ein Unternehmer sein Geschäft nicht dann öffnen kann, wann er will", kritisiert Alm. Als reformbedürftig bezeichnet er auch Gesellschaften (Ges.m.b.H.), "ein Konzept aus dem 19. Jahrhundert", die durch eine Klein AG ergänzt werden sollen. (mte, derStandard.at, 19.8.2013)

  • Sepp Schellhorn und Niko Alm fordern bessere Bedingungen für Start-Ups.
    foto: neos

    Sepp Schellhorn und Niko Alm fordern bessere Bedingungen für Start-Ups.

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