AirCast: Entwickler trickst Chromecast-Beschränkungen aus

19. August 2013, 10:07
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Protokoll durch Reverse Engineering nachgebaut - Videos vom Smartphone oder Dropbox an Chromecast schicken

Mit dem Chromecast hat Google unlängst einen kostengünstigen HDMI-Stick auf den US-Markt gebracht, der vor allem mit seiner einfachen Nutzung punkten kann. Größte Beschränkung bleibt dabei die begrenzte Anzahl von Apps, die bisher offiziell das Google-Cast-Protokoll nutzen, um so das Chromecast direkt anzusprechen, und Inhalte an den Fernseher zu streamen.

Beta

Dass dem so ist, liegt derzeit allerdings weniger am mangelnden Interesse der EntwicklerInnen denn an Google selbst: Sieht man die zugehörigen Programmierschnittstellen doch noch als Beta-Version an, und übt in Folge strikte Kontrolle über den Zugriff darauf aus. So funktionieren Dritt-Apps erst, nachdem Google sie auf eine Whitelist gesetzt hat. Zumindest theoretisch - bisher hat das Unternehmen nämlich keinerlei solche Freigaben erteilt.

AirCast

Eine Situation, mit der sich längst nicht alle zufriedengeben wollen: So hat der vor allem für seine Arbeit rund um die Community-Android-Firmware CyanogenMod bekannte Entwickler Koushik Dutta, nun eine frühe Version von "AirCast" auf Google+ veröffentlicht. Mit diesem lassen sich Videos nicht nur direkt vom Smartphone oder Tablet sondern auch von Google Drive oder Dropbox an ein Chromecast schicken.

Der Trick dabei: Dutta hat das Google-Cast-Protokoll per Reverse Engineering analysiert und neu implementiert. Die derzeitige Version ist nur als früher Test zu verstehen, um grundlegende Fehler aufzuspüren. Entsprechend ist sie bewusst nur auf wenige Funktionen konzentriert, später sollten sich auch andere Inhalte an das Chromecast schicken lassen.

Probleme

Zudem ist die per Google+ verteilte APK so ausgelegt, dass sie nach zwei Tagen automatisch deaktiviert wird. Auch gibt es noch diverse bekannte Probleme: In einem kurzen Test mit einem neuen Nexus 7 ließ sich ein Chromecast denn auch nicht zur Zusammenarbeit mit AirCast bewegen.

Pläne

Sind die frühen Fehler ausgebügelt, soll AirCast dann aber als "Freemium"-App veröffentlicht werden. Zusätzlich ist auch eine dazu passende Chrome-Erweiterung geplant. Außerdem will Dutta Teile des Codes veröffentlichen, um zu demonstrieren wie AirCast funktioniert.

Test

Weitere Informationen zum Chromecast finden sich im ausführlichen WebStandard-Test (apo, derStandard.at, 19.08.13)

  • Inhalte direkt aus der Smartphone-Galerie an das Chromecast schicken: Eines der Versprechen von AirCast.
    foto: koushik dutta

    Inhalte direkt aus der Smartphone-Galerie an das Chromecast schicken: Eines der Versprechen von AirCast.

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