PS4, Xbox One: Wer wird die Spieler begeistern?

17. August 2013, 12:12
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Kommende Woche startet die Gamescom, auf der Konsumenten erstmals die neuen Konsolen testen werden können

Aus dem medial viel Beachtung geschenkten nächsten Konsolenrennen zwischen Sony und Microsoft haben Analysten, Branchenbeobachter aber auch Fans bereits ihre Schlüsse gezogen. Doch bisher waren es in der Tat nicht mehr als wenige Monate der PR-Schlacht, in denen sich Sony als konstanter Videospielprotegé dargestellt hat und Microsoft die turbulenteste Rückruderaktion in der Unterhaltungselektronikgeschichte durchleben musste. Die PS4, so scheint es, war von Anfang an "die Konsole der Gamer". Die Xbox One ist der Redmonder Multimediatraum, der heute nicht mehr so ist, wie noch Ende Mai.

Die Vergangenheit zählt kaum

Doch so viele Fehler auf der einen Seite gemacht wurden und so wenig Risikofreude auf der anderen Seite gezeigt wurde, bedeutet dies für den tatsächlichen Ausgang des "Next-Gen-Kriegs" noch nichts. Der "Red Ring of Death", der in den ersten Jahren der Xbox 360 das Ableben fast jeder zweiten Konsole bedeutete, und Sonys Datenskandal, bei dem über hundert Millionen PSN-Nutzer betroffen waren, haben gezeigt, dass das Negativgedächtnis der Kunden sehr kurz sein kann. Man stelle sich nur vor, jeder zweite VW Golf würde nach zwei Jahren den Geist aufgeben oder die Bank Austria hätte Millionen Kundendaten unzureichend geschützt... Die Gesetze der Spaßbranche sind anders: PS3 und Xbox 360 gehen 2013 positiv auf die 80-Millionen-Marke zu.

Die Kunden entscheiden

Und so nutzt es relativ wenig, über den Ausgang einer bevorstehenden Schlacht zu debattieren und einander in Foren anzustacheln (Anm.: Tun Sie das bitte nicht!), wenn die Produkte sich noch nicht einen Tag am Markt beweisen mussten. Umso mehr Aufmerksamkeit sollte man daher der kommende Woche startenden Gamescom in Köln schenken, auf der erstmals hunderttausende Spieler die Chance haben, PS4 und Xbox One unter die Lupe zu nehmen. Natürlich werden Sony und Microsoft die eine oder andere Neuankündigung parat haben, doch entscheidend wird sein, wie die Geräte bei der Allgemeinheit ankommen. Wie sind die Spiele, was können die neuen Controller und sind die Systeme ihr Geld wert? Zu all diesen Fragen haben Journalisten bereits ihre Ansichten publiziert, doch unter dem Strich wiegt das Wort der Konsumenten weit schwerer. 

Stimmungsbarometer

Mitte Juni fragte der GameStandard seine Leser, welche neue Konsole sie sich kaufen werden. Fast 80 Prozent bekundeten ihr Interesse für die PS4, gefolgt von der Wii U und der Xbox One. Es war allerdings die Hochzeit Microsofts PR-Debakels und noch vor der Kehrtwende bei einigen kritischen Punkten wie Online-DRM und Kinect-Zwang. Man darf gespannt sein, wie die Stimmung nach der Gamescom am Montag in neun Tagen sein wird.

Der GameStandard wird selbstverständlich ausführlich von der Gamescom berichten. Es erwarten Sie neue Xbox One-Games am Montag, ein Live-Stream von Sonys Pressekonferenz am Dienstag, bei dem der Marktstart der PS4 präzisiert wird, Nintendos Rückkehr auf die Messe und zahlreiche News der Dritthersteller. Unter anderem hat Ubisoft die Vorstellung eines neuen Franchises angekündigt, Blizzard verspricht ebenso Neuigkeiten und wir bringen unser erstes Hands-on zu EAs Blockbuster "Battlefield 4". Und wir hoffen immer noch, dass Rockstar "Grand Theft Auto 5" und "GTA Online" für PC und Next-Gen ankündigt. Ein bisschen träumen gehört dazu. (Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 17.8.2013)

(Video: GTA 5 - Jock Cranley Campaign)  

Die Top 5 der Woche

  1. "The Witcher 3": Ein Fantasy-Epos, das Großes verspricht 
  2. Wie viel stärker ist die PlayStation 4 als die Xbox One? 
  3. "Payday 2": Die dunkle Freude am Banküberfall 
  4. Microsoft rudert zurück: Xbox One ohne Kinect nutzbar 
  5. "Grand Theft Auto Online" enthüllt: Der große Spielplatz für Freizeitgangster 

Über den Blog

Der GameStandard-Blog erscheint jeden Samstag. Redakteur Zsolt Wilhelm gibt darin seine persönliche Meinung zu Spielethemen wieder und blickt hinter die Kulissen des GameStandard. Er beantwortet auch gerne Ihre Fragen über Twitter und Google+.

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    foto: epa/oliver berg gamescom

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