Völlig ungeregelt und gleichberechtigt

17. August 2013, 15:20
114 Postings

Stadt Salzburg nimmt sich ein Beispiel an Grazer Verkehrsberuhigung

Weniger Unfälle, keine schweren Kollisionen mehr. "Unsere Erfahrungen sind wirklich sehr gut, der Shared Space hat sich bewährt", sagt Bertram Werle, Stadtbaudirektor der steirischen Landeshauptstadt Graz. Vor knapp zwei Jahren wurde das umstrittene Lieblingsprojekt der damaligen grünen Stadträtin Lisa Rücker, ein Shared Space auf dem Sonnenfelsplatz, mitten im Univiertel, realisiert.

Rund 15.000 Fahrzeuge - samt Öffis - frequentieren täglich den Platz, zu Spitzenzeiten überqueren stündlich 3400 Fußgänger sowie 640 Radler das Areal. Und dies völlig ungeregelt und gleichberechtigt. "Und es funktioniert", sagt Werle, "es wird gegenseitig Rücksicht genommen. Bis auf die Bodenmarkierung." Der Platz sollte auch optisch attraktiver werden, färbige Orientierungsstreifen sollten den Verkehr optisch leiten. Die Farben verblassten aber rasch, jetzt soll mit neuem Material nachjustiert werden.

Griesgasse zur Begegnungszone

Nach Grazer Vorbild soll in Salzburg nun die Griesgasse zur Begegnungszone werden. Der Individualverkehr wird aus der Gasse verbannt, nur noch Busse, Taxis und Lieferanten sollen die künftige Flaniermeile befahren dürfen. Die Autos sollen im Gegenzug am Haus der Natur vorbei auf den Franz-Josef-Kai ausweichen. Der bisher als Einbahn geführte Kai neben der Salzach wird im Gegenverkehr geführt.

Der erste Teil der Bauarbeiten soll nach den Salzburger Festspielen beginnen. Die Umgestaltung der Griesgasse startet aber erst 2015. Alles in allem soll es 2,54 Millionen Euro kosten. Die Bürgerliste sieht mit der Regelung das "Verkehrschaos programmiert". Der Durchzugsverkehr werde kaum reduziert, die Verkehrsströme würden lediglich verlagert. (mue, ruep, 17.8.2013)

  • In Graz soll sich der Shared Space bewährt haben.
    foto: archiv

    In Graz soll sich der Shared Space bewährt haben.

Share if you care.