Mögliche Verbesserung der Chemotherapie bei Krebs

16. August 2013, 15:38
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Krebszellen entwickeln häufig Abwehrmechanismen, mit denen sie eine Chemotherapie überleben - Forscher konnten nun eine Möglichkeit aufzeigen, die solche Resistenzen verhindert

Bern - Um Energie zu gewinnen und neue Moleküle oder Zellteile herzustellen, können Zellen geschädigte Moleküle wie auch ganze Zellbereiche durch "Selbstverdauung" (Autophagie) abbauen und die entstehenden Abbauprodukte nutzen. 

Die Energiegewinnung durch Autophagie spielt für Zellen dann eine besondere Rolle, wenn ihnen Nährstoffe, Sauerstoff oder Wachstumsfaktoren fehlen. Dieser Prozess kann aber auch von Tumorzellen eingesetzt werden, um Stress-Situationen wie etwa eine Chemotherapie zu überstehen. - Sie verdauen die zerstörten Zellteile beziehungsweise erneuern sich selber, und sind somit gegen die Therapie resistent.

"Wiederbelebung" der Tumorzellen verhindern

Nun hat eine Forschergruppe der Universität Bern unter der Leitung von Hans-Uwe Simon vom Institut für Pharmakologie herausgefunden, dass die Autophagie von Tumorzellen pharmakologisch beeinflusst werden kann. 

Die Chemotherapie allein kann häufig nicht alle Tumorzellen abtöten: Während manche Tumorzellen die Therapie durch Autophagie überleben, durchlaufen andere eine sogenannte "mitotische Katastrophe", einen Zustand, in dem sie sich nicht mehr teilen können. Sterben diese geschädigten Zellen aber nicht ab, können sie wiederum krebserregend sein.

Die Wissenschaftler fanden nun einen Weg, um das Überleben von Krebszellen nach einer Chemotherapie zu blockieren. Sie entdeckte einen Zusammenhang zwischen Autophagie und mitotischer Katastrophe: Wurde die Selbstverdauung der Krebszellen pharmakologisch unterdrückt, führte die mitotische Katastrophe direkt zum Zelltod. Damit konnten die Überlebensmechanismen von Krebszellen ausgeschaltet werden - was die Wirkung von bisheriger Chemotherapie deutlich verbessern kann: "Wir erhoffen uns davon neue Therapien, welche die Chemoresistenz von etablierten Tumoren verhindern", so Studienleiter Hans-Uwe Simon. (red, derStandard.at, 16.8.2013)

  • Nach einer "mitotischen Katastrophe" kann sich die Tumorzelle nach einer Chemotherapie nicht mehr teilen. Allerdings findet eine ungleichmäßige Verteilung der Chromosomen (rot) statt. Stirbt nun diese geschädigte Zelle nicht ab, kann sie wiederum krebserregend wirken.
    foto: hans-uwe simon/institut für pharmakologie der universität bern.

    Nach einer "mitotischen Katastrophe" kann sich die Tumorzelle nach einer Chemotherapie nicht mehr teilen. Allerdings findet eine ungleichmäßige Verteilung der Chromosomen (rot) statt. Stirbt nun diese geschädigte Zelle nicht ab, kann sie wiederum krebserregend wirken.

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