Erdbeben der Stärke 6,6 vor Neuseelands Hauptstadt Wellington

16. August 2013, 05:44
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Epizentrum an der Nordspitze der Südinsel

Ein starkes Erdbeben hat Neuseelands Hauptstadt Wellington und weite Teilen Zentralneuseelands am Freitag erschüttert. In Wellington wurden zahlreiche Gebäude geräumt, Tausende Menschen flüchteten auf die Straßen. Nach ersten Angaben gab es keine Opfer, die Folgen beschränkten sich auf Schäden an der Infrastruktur.

Strom- und Telefonverbindungen wurden teilweise unterbrochen. An einer Schnellstraße im Norden der Südinsel fielen Felsbrocken herab, berichtete Radio Neuseeland. Die Straße wurde streckenweise geschlossen. Gleichwohl wurde der Bahn- und Luftverkehr temporär ausgesetzt, um die jeweilige Infrastruktur auf mögliche Schäden zu prüfen, berichtete das Newsportal stuff.co.nz. Die Börse beendete den Betrieb vorzeitig.

Keine Tsunamiwarnung

"Bitte schaut nach euren Nachbarn, vor allem denen, die die Nachrichten womöglich nicht in sozialen Medien oder auf anderen Kanälen verfolgen", schrieb der Katastrophenschutz von Wellington auf seiner Facebook-Seite. Ein Tsunami drohte nach Angaben der Zivilverteidigung nicht. Das Beben war stärker als von der neuseeländischen Erdbebenwarte GeoNet zunächst geschätzt. Sie listete den Erdstoß um 14.31 Uhr Ortszeit (4.31 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit) zunächst mit 6,2, später mit 6,6. Die US-Erdbebenwarte USGS schätzte die Stärke zunächst auf 6,8 und revidierte dann auf 6,5.

Die knapp 500.000 Einwohner von Wellington spürten den Erdstoß deutlich, auch im 780 Kilometer entfernten Auckland war er messbar. In den Bürogebäuden wurde Erdbebenalarm ausgelöst, wie Einwohner berichteten. Die Mitarbeiter suchten wie in regelmäßigen Übungen gelernt unter Tischen Schutz, ehe sie die Gebäude verließen.

Mehrere Nachbeben

Das Hypozentrum lag nach Schätzungen nur acht Kilometer unter der Erdoberfläche. Das Epizentrum befand sich aber in einem dünn besiedelten Gebiet bei Seddon, wenige Kilometer südöstlich von Blenheim im Norden der Südinsel und rund 80 Kilometer südwestlich von Wellington. Auf das erste Beben folgten mehrere teils heftige Nachbeben.

Die Stadt Christchurch auf der Südinsel war im Februar 2011 von einem Beben der Stärke 6,3 heimgesucht worden. Dabei starben 185 Menschen und große Teile der Innenstadt wurden zerstört. Christchurch war bis dahin die zweitgrößte Stadt Neuseelands. Nach dem Beben zogen so viele Menschen fort, dass Wellington jetzt nach Auckland zweitgrößte Stadt ist.

In Neuseeland sind Erdbeben keine Seltenheit. Der Inselstaat liegt auf dem pazifischen Feuerring, auf dem mehrere Kontinentalplatten zusammentreffen. In dem Gebiet ereignen sich jährlich bis zu 15.000 Erdstöße. (APA/red, derStandard.at, 16.8.2013)

  • In der Stadt Seddon wurden einige Gebäude beschädigt.
    foto: ap photo/bejon haswell/nz herald

    In der Stadt Seddon wurden einige Gebäude beschädigt.

  • Die Erde tat sich auf in Neuseeland.
    foto: reuters/anthony phelps

    Die Erde tat sich auf in Neuseeland.

  • Das Epizentrum des Bebens lag im Norden der Südinsel, von Wellingtons Küste nur durch die Cook-Straße getrennt.
    grafik: usgs.com

    Das Epizentrum des Bebens lag im Norden der Südinsel, von Wellingtons Küste nur durch die Cook-Straße getrennt.

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