Deutsche Telekom-Festnetzsparte beginnt mit Aufbau eigener Marke

7. August 2003, 10:10
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Konzernchef Ricke setzt stärker auf Geschäftsfelder

Die Deutsche Telekom stellt ihre Markenstrategie um und will künftig die einzelnen Geschäftsfelder stärker in der Öffentlichkeit zur Geltung kommen lassen. Von Freitag an tritt die dominierende Festnetzsparte des Konzerns unter dem Namen "T-Com" auf, während die Marke Deutsche Telekom in den Hintergrund treten wird.

Ein Zeitraum von weniger als sechs Monaten

Der Marketing-Chef der rund 40 Millionen Kunden umfassenden Festnetzsparte der Telekom, Achim Berg, sagte am Mittwoch in Bonn, für die Positionierung von T-Com sei ein Zeitraum von weniger als sechs Monaten vorgesehen. Als zusätzlicher Aufwand für Werbung und für die Umfirmierung von Fahrzeugen, Briefköpfen, Gebäuden sowie einen eigenständigen Auftritt im Internet sei ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag eingeplant. T-Com erwirtschaftete im Jahr 2002 mit gut 30 Mrd. Euro den Großteil des Konzernumsatzes von 53,7 Mrd. Euro.

Mit dem Bundesliga-Start am Freitag werde T-Com als Sponsor des FC Bayern München auftreten und damit die Mobilfunkfirma und Konzernschwester T-Mobile bei der Triko-Werbung ablösen. Auch auf den verkauften Produkten wie etwa Telefonen werde künftig die Marke T-Com zu sehen sein, sagte Berg. Die Umfirmierung bleibe auf das Inland beschränkt und werde nicht auf ausländische Töchter in Osteuropa übertragen.

Verkleinert und umorganisiert

Auslöser für die Neuausrichtung der Werbung und der öffentlichen Präsentation bei Europas größtem Telekom-Konzern ist die unter Konzernchef Kai-Uwe Ricke eingeleitete verstärkte Ausrichtung an den Geschäftsfeldern. Der Vorstand wurde zu Jahresbeginn verkleinert und umorganisiert. Rickes Vorgänger Ron Sommer hatte vor allem den Aufbau des Markenimages Deutsche Telekom mit dem magentafarbenen T als Logo und Dachmarke vorangetrieben. Mitte 2002 hatte Sommer unter anderem wegen hoher Verschuldung und einem abgestürzten Aktienkurs das Vertrauen bei Kleinaktionären, Investoren und beim Bund als Hauptanteilseigner verloren.

Im Zuge der Neupositionierung der Marke Telekom und ihrer Geschäftsbereiche Festnetz, Mobilfunk, Systemintegration und Internet tritt T-Mobile künftig als Sponsor des bisher unter Team Telekom firmierenden Radsport-Teams auf. Bei der Internet-Tochter T-Online, bislang Co-Sponsor im Radsport, wird den Angaben zufolge die eigene Markenstrategie gegenwärtig überarbeitet. Die vierte Konzernsparte, das unter T-Systems firmierende Geschäft mit Systemintegration, war bislang nicht als eigenständige Marke im Sponsoring präsent. (APA)

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